Engagement: GVB-Präsident Stefan Müller spricht im Interview darüber, warum das gesellschaftliche Engagement der bayerischen Genossenschaften mehr Sichtbarkeit verdient.
Diese Summe kann sich sehen lassen: Über 16 Millionen Euro – ganz genau sind es 16.119.342,05 Euro – spendeten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Jahr 2025 an Vereine und gemeinnützige Organisationen in ihrer Region. Daran haben auch die Mitglieder sowie Kundinnen und Kunden der Genossenschaftsbanken einen großen Anteil, denn die Summe wird durch das Gewinnsparen erwirtschaftet. Dahinter steckt die Idee, mit dem gesparten Geld gleich dreifach Gutes zu bewirken:
- Jedes Gewinnsparlos kostet fünf Euro pro Monat. Ein Euro ist der Spieleinsatz, die restlichen vier Euro werden für den Gewinnsparer angelegt und am Ende des Jahres auf ein Konto seiner Wahl ausgezahlt. So haben die Gewinnsparer immer einen Notgroschen für unvorhergesehene Ereignisse auf der hohen Kante, oder um sich einen besonderen Wunsch zu erfüllen. Alternativ können Sparer bayerischer VR-Banken ihren Sparbeitrag auch auf ein Bausparkonto der Bausparkasse Schwäbisch Hall oder in einen Fondssparplan von Union Investment einzahlen (siehe dazu den Beitrag in „Profil“ 7/2025).
- Gleichzeitig bietet jedes Los die Chance auf einen Gewinn: Jeden Monat verlost der VR Gewinnsparverein Bayern Bar- und Sachgewinne, dazu zählen bis zu 100.000 Euro Bargeld sowie hochwertige Autos, Reisegutscheine oder Sachwerte wie etwa ein Apple-iPad. Zusätzlich gibt es regelmäßig Sonderverlosungen.
- Zu guter Letzt wandern 25 Cent pro Los in einen Spendentopf, auf den die Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern anteilig – abhängig von den in der Bank verkauften Gewinnsparlosen – zugreifen können, um karitative und gemeinnützige Projekte in ihrer Region zu unterstützen.
950.000 Gewinnsparer besitzen 5,2 Millionen Lose
Das Gewinnsparen der Volks- und Raiffeisenbanken hat in Bayern viele Freunde: Rund 950.000 Gewinnsparerinnen und -sparer besitzen zusammen rund 5,2 Millionen Lose. Sie sind es, die es den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken durch ihren monatlichen Beitrag ermöglichen, in der Region Gutes zu tun. Im vergangenen Jahr waren es rund 19.000 Projekte. Doch wohin geht das Geld?
Ein VR-Mobil für die Lebenshilfe Neumarkt
Cover-Foto
Das Cover-Foto oben zeigt (v. li.): Andreas Dauer (Vorstand der Lebenshilfe Neumarkt), Markus Bandasch (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Neumarkt) sowie Wilhelm Baur (Vorsitzender des Präsidiums der Lebenshilfe Neumarkt) bei der Übergabe des VRmobils. Foto: Oliver Melde, Raiffeisenbank Neumarkt i.d.OPf.
Ein Beispiel von der Raiffeisenbank Neumarkt in der Oberpfalz: Sie spendete im vergangenen Jahr der Lebenshilfe Neumarkt mit den Jura-Werkstätten bereits das siebte „VR-Mobil“. Überreicht wurde das neue Fahrzeug, ein VW Polo, vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Neumarkt, Markus Bandasch. Die Bank unterstützte die Anschaffung mit einer Spende in Höhe von 15.000 Euro.
Das Projekt VR-Mobil ist eine gemeinsame Aktion der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Gewinnsparvereinen. „Mobilität ist für soziale Einrichtungen wie die Lebenshilfe unverzichtbar. Ohne geeignete Fahrzeuge können sie ihre Aufgaben nicht zuverlässig erfüllen“, betonte Bandasch bei der Übergabe. Besonders in Zeiten stark gestiegener Autopreise sei die Anschaffung eines Fahrzeugs für viele Organisationen ein erheblicher Kostenfaktor.
„Die Lebenshilfe Neumarkt setzt den neuen VW Polo künftig ein, um die Mobilität ihrer Mitarbeitenden für die Betreuten zu sichern. Mit dem siebten Fahrzeug aus der Initiative verfügt die Einrichtung nun über eine noch bessere Ausstattung, um ihre wichtige soziale Arbeit in der Region fortzuführen“, betonte auch Wilhelm Baur, Vorsitzender des Präsidiums der Lebenshilfe Neumarkt, der die Schlüssel für das VR-Mobil gemeinsam mit Vorstand Andreas Dauer übernahm.
Ein Teil der Bankerträge fließt zurück an die Region
Für die Raiffeisenbank Neumarkt in der Oberpfalz hat gesellschaftliches Engagement eine hohe Bedeutung. „Die Raiffeisenbank ist ein wichtiger Bestandteil der Region und gibt einen Teil ihrer Erträge – neben der ideellen Unterstützung für Schulen, Vereine und Organisationen – auch durch finanzielle Hilfen wieder zurück an die Bewohner der Region. Wir sehen uns in der Verantwortung, mitzuhelfen, unsere Gemeinden und Städte attraktiv zu halten und ein großes Angebot für alle Altersgruppen zu sichern, egal ob Bildung, Kunst, Gesundheit, Pflege oder Sport. All dies trägt zu attraktiven Standorten bei, wo sich Menschen gerne niederlassen“, sagt Bankvorstand Bandasch. Mit dem örtlichen Kunstkreis Jura pflege die Bank seit über 36 Jahren eine intensive Zusammenarbeit, die weit über Spenden hinausgeht. In der Region Neumarkt gebe es viele familien- und altersfreundliche Einrichtungen, die sich immer über Unterstützung freuen. „Die alte Weisheit der Raiffeisenbewegung – das Geld des Dorfes dem Dorfe – möchten wir am Leben halten“, betont Bandasch.
Im Schnitt spendet die Bank 110.000 Euro jährlich
Jährlich übergibt die Raiffeisenbank Neumarkt in der Oberpfalz im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre etwa 110.000 Euro Spenden an die örtlichen Vereine und sozialen Organisationen. Dazu zählen Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen, Feuerwehren, gemeinnützige Vereine und Institutionen. „Die Sportvereine erhalten Spenden, aber auch Sponsoring in Form von Werbung in Vereinsheften oder auf Banden. Wir sehen das viel mehr als Unterstützung, weniger um unsere Leistungen anzupreisen“, sagt Bandasch.
Das Geld stammt überwiegend aus dem Gewinnspartopf. „Zusätzlich haben wir eine Raiffeisen-Stiftung, die jährlich einen mittleren vierstelligen Betrag ausschüttet“, berichtet der Bankvorstand. Zudem ist das Kreditinstitut seit Dezember 2015 auf der Crowdfunding-Plattform „Viele schaffen mehr“ vertreten. Dort unterstützte es bislang (Stand Ende April 2026) 84 Projekte, die insgesamt über 360.000 Euro einsammelten. Der Co-Funding-Anteil der Bank betrug insgesamt rund 85.000 Euro und stammt ebenfalls großteils aus dem Gewinnspartopf.
Seit dem Jahr 2007 insgesamt 27 VR-Mobile gespendet
Seit dem Start der deutschlandweiten Initiative VR-Mobil im Jahr 2007 hat die Raiffeisenbank Neumarkt insgesamt 27 Fahrzeuge an gemeinnützige Organisationen im Landkreis übergeben, etwa das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas-Sozialstation, die Diakonie mit ihren Tafeln und die Lebenshilfe Neumarkt. „Diese Organisationen betreiben Alten- und Pflegedienste, Essen auf Rädern, Behindertentransporte, Schulen, Kindergärten und Seniorenheime. Die Autos werden in diesen Bereichen gerne eingesetzt“, sagt Bandasch. Aber auch Wärmebildkameras und Defibrillatoren mit Übungspuppen für die Feuerwehren im Landkreis Neumarkt spendet die Bank aus dem Gewinnspartopf, ebenso gibt sie daraus Zuschüsse zur Anschaffung von Feuerwehrbedarf. Für 13 Sportvereine verloste die Bank im vergangenen Jahr je einen Defibrillator, um bei Notfällen auf dem Sportplatz schnell erste Hilfe leisten zu können.
Und auch dieses Jahr hat die Raiffeisenbank Neumarkt in der Oberpfalz schon fleißig an Vereine und gemeinnützige Organisationen vor Ort gespendet: „Aktuell warten wir auf die Lieferung von zehn Funino-Torsets für die Kinder- und Jugendspieler der Sportvereine, die wir ebenfalls über unsere Homepage verlost haben“, berichtet Bandasch.