Engagement: GVB-Präsident Stefan Müller spricht im Interview darüber, warum das gesellschaftliche Engagement der bayerischen Genossenschaften mehr Sichtbarkeit verdient.
Hier geht’s direkt zu den Meldungen
Treffen mit dem bayerischen Europaminister Eric Beißwenger
Der digitale Euro soll den europäischen Zahlungsverkehr resilienter machen, ohne die bewährten europäischen Anbieter schwächen. Das hat GVB-Präsident Stefan Müller zusammen mit Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, und dem bayerischen Europaminister Eric Beißwenger besprochen.
GVB-Präsident Stefan Müller (r.) mit Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, und dem bayerischen Europaminister Eric Beißwenger.
Die Verbandspräsidenten machten bei dem Treffen deutlich, dass Banken bereits heute leistungsfähige Lösungen, zum Beispiel Wero, bieten und es daher keines neuen staatlichen Bezahlsystems bedarf. Ein zusätzliches System wäre teuer und ohne echten Mehrwert. Der digitale Euro gehöre in die bestehenden Banking-Apps integriert. Zudem betonten Müller und Dießl, dass ein klares Limit nötig sei. Der Fokus müsse auf dem Bezahlen, nicht auf dem „Parken“ von Geld liegen. Überdies sollte davon abgesehen werden, neue Plastikkarten zu schaffen. Effizient sei, konsequent digital zu denken. Zahlungen sollten überdies auch offline getätigt werden können. Das sei sicher, alltagstauglich und datensparsam – ähnlich wie Bargeld.
Im Mai wird das EU-Parlament seine Position zum digitalen Euro festlegen – eine geld- und wirtschaftspolitisch weitreichende Entscheidung für die kommenden Jahrzehnte. Der Genossenschaftsverband Bayern betonte, dass er weiter an dem Thema dranbleibe. Denn klar ist: Der digitale Euro funktioniert nur dann gut, wenn er auf dem aufbaut, was sich in der Praxis bereits bewährt hat – mit starken Genossenschaftsbanken und funktionierenden Lösungen.
Stellungnahme bei EU-Kommission: GVB setzt sich für separates Kleinbankenregime ein
Der Genossenschaftsverband Bayern hat sich in den Konsultationsprozess der EU‑Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors eingebracht. Hintergrund ist ein Bericht der EU‑Kommission, der voraussichtlich im dritten Quartal 2026 vorgelegt wird und hoffentlich die Grundlage für weitreichende Entlastungen bildet.
In seiner Stellungnahme hat der GVB deutlich gemacht, dass die derzeitige Bankenregulierung für kleine, regional tätige Institute nicht ausreichend proportional ausgestaltet ist und diese überproportional belastet. Daher setzt sich der Verband für ein eigenständiges europäisches Kleinbankenregime ein, das Anforderungen konsequent an Größe, Komplexität und Risikoprofil ausrichtet.
Konkret fordert der GVB den Verzicht auf komplexe risikobasierte Kapitalberechnungen und stattdessen eine angemessen kalibrierte Leverage Ratio. Zudem sind umfangreiche Entlastungen in Säule 2 notwendig. Ebenso könnte mithilfe eines Kleinbankenregimes das stark gewachsene und inzwischen extrem aufwendige Meldewesen auf ein risikoorientiertes, deutlich schlankeres Format reduziert werden. Dies würde die heute bestehende strukturelle Überforderung kleiner Institute wesentlich abbauen.
Nun gilt es, den Bericht und die darauf aufbauenden Vorschläge der EU‑Kommission abzuwarten. Substanzielle Entlastungen könnten sich bestenfalls durch einen eigenen Financial Omnibus 2027 ergeben. Die wichtigsten Forderungen des GVB für ein Kleinbankenregime finden sich hier.
Der GVB auf dem Bayerischen Energieforum in Gunzenhausen
Am 21. April fand in der Stadthalle Gunzenhausen das 17. Bayerische Energieforum statt. Im Fokus der Diskussionen stand neben der regionalen Energieversorgung vor allem die kommunale Wärmeplanung. Rund 350 Gäste informierten sich in rund 35 Fachvorträgen über aktuelle Entwicklungen in Bereichen wie Energieerzeugung, Energiespeicherung und Klimaschutz.
Der Genossenschaftsverband Bayern beim Bayerischen Energieforum in Gunzenhausen.
Der GVB war bei der Veranstaltung mit einem Informationsstand vertreten. In verschiedenen Vorträgen warben Vertreter des Verbands und von einzelnen Mitgliedern für eine genossenschaftliche Energiewende in Bürgerhand. „Viele Kommunen machen sich auf den Weg und überlegen, wie die Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger künftig aussehen kann. Energiegenossenschaften können eine Lösung sein, auch in Zusammenarbeit mit den Kommunen“, sagte Pascal Lang, Vorstandsvorsitzender der egis. Die Umsetzung vor Ort wird jedoch immer schwieriger, so Joachim Koch, Firmenkundenberater bei der VR-Bank Landsberg-Ammersee: „Aufgrund vieler energetischer Themenvorgaben ist die reine Bürgerenergie im Ehrenamt nicht mehr allein darstellbar. Wir brauchen Mitarbeiter, Vollangestellte, die dann auch bezahlt werden müssen, um die Energiewende in Bürgerhand weiter voranzubringen.
Themenspiegel: Energieforum, gute Bilanz und Anmeldung zu den Sternen des Sports
In der aktuellen Ausgabe des Themenspiegels war die Redaktion zu Gast beim Bayerischen Energieforum in Gunzenhausen. Außerdem geht es um die gute Bilanz der ländlichen Genossenschaften in Bayern im Jahr 2025 und um die Sterne des Sports 2026, für die jetzt die Anmeldephase begonnen hat.
Externer Inhalt
Nach Ihrer Einwilligung werden Daten an YouTube übertragen.
Um das Energieforum in Gunzenhausen, die gute Bilanz bayerischer ländlicher Genossenschaften und den Start der Anmeldephase zu den Sternen des Sports 2026 geht es im Themenspiegel vom 28. April 2026.