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Herr Dr. Wienhausen, Sie sind seit 1. Januar 2026 Vorstandsvorsitzender der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV). Zuvor haben Sie im ABV-Vorstand den Vertrieb Süd verantwortet, der auch die Vertriebspartnerschaft mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken umfasst. Welche Bedeutung hat diese Kooperation für die Allianz und Sie persönlich?

Dr. Hanno Wienhausen: Ich kann mich noch gut an unser Interview in „Profil“-Ausgabe 1/2025 erinnern. Damals war ich gerade frisch zurück bei der ABV. Die positiven Eindrücke unserer Kooperation, die ich zu diesem Zeitpunkt gewonnen habe, haben sich seither nicht nur bestätigt, sondern weiter vertieft. Die Zeit im Vertrieb Süd hat meinen Blick auf die Zusammenarbeit mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken nachhaltig geprägt. Die Kooperation ist eine sehr wichtige und unerlässliche Säule unseres Vertriebs: Rund ein Viertel des Neugeschäfts der ABV in Bayern wird über Volks- und Raiffeisenbanken generiert und trägt damit substanziell zum Erfolg der Allianz bei.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken im vergangenen Jahr wahrgenommen?

Wienhausen: Das Jahr 2025 habe ich vor allem als Jahr des intensiven Austauschs erlebt. Die Gespräche mit Vorständen, Beraterinnen und Beratern der Genossenschaftsbanken haben sehr klar gezeigt, dass uns ein gemeinsames Verständnis verbindet: Kundinnen und Kunden erwarten heute ganzheitliche Lösungen, Verlässlichkeit und eine hohe Beratungsqualität – zunehmend ergänzt durch digitale Angebote. Dabei ist mir nochmals deutlich geworden, wie wichtig diese Partnerschaft für beide Seiten ist – nicht nur historisch, sondern vor allem strategisch mit Blick auf die Zukunft.

Wie ergänzen sich die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und die Allianz in der Vertriebspartnerschaft gegenseitig?

Wienhausen: Die Volks- und Raiffeisenbanken sind tief in ihren Regionen verwurzelt, genießen großes Vertrauen und begleiten ihre Kundinnen und Kunden über viele Lebensphasen hinweg. Genau hier fügt sich die Allianz mit ihrer Produkt‑ und Servicekompetenz ideal ein – sowohl im persönlichen als auch im digitalen Kontakt. Dieses Zusammenspiel hat sich bewährt. 

„Es geht nicht um punktuelle Produktimpulse, sondern um eine langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe.“

Hanno Wienhausen

Was unterscheidet die Vertriebspartnerschaft der Allianz mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken von anderen Kooperationen im Markt?

Wienhausen: Der entscheidende Unterschied liegt in der Tiefe und Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit. Es geht nicht um punktuelle Produktimpulse, sondern um eine langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe. Die Allianz versteht sich dabei nicht nur als Produktgeber, sondern als Lösungs‑ und Kompetenzpartner – für die Banken ebenso wie für die gemeinsamen Kundinnen und Kunden vor Ort – digital und persönlich. Die Verbindung aus regionaler Nähe der VR‑Banken, der starken Marke Allianz sowie der Zuverlässigkeit und Beständigkeit beider Partner schafft Vertrauen. Einen wesentlichen Beitrag leisten dabei auch die kompetenten Beraterinnen und Berater sowie Versicherungsreferentinnen und ‑referenten in den Banken. Gerade in anspruchsvollen Marktphasen ist dieses Vertrauen ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Kooperation ist auch deshalb so erfolgreich, weil die Geschäftsmodelle der Allianz und der Volks- und Raiffeisenbanken auf der Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden beruhen. Beide Partner investieren in diese Flächenpräsenz und nutzen gleichzeitig technologischen Fortschritt, um den Service am Kunden stetig zu verbessern. Unter dieser Prämisse werden wir gemeinsam den Erfolgskurs fortsetzen.

Herr Bahr, Sie verantworten in der Nachfolge von Hanno Wienhausen seit 1. Januar 2026 im Vorstand der ABV den Vertrieb Süd und führen die Partnerschaft mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken operativ fort. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Versicherungsgeschäft?

Daniel Bahr: Wir erleben derzeit mehrere Herausforderungen gleichzeitig. Dazu gehören steigende Schadenkosten in der Sachversicherung infolge von Inflation, zunehmende Bau‑ und Reparaturkosten sowie schwer kalkulierbare und oftmals unvorhersehbare Naturrisiken. Hinzu kommen demografische Entwicklungen im Gesundheitsmarkt, volatile Kapitalmärkte und eine fortschreitende Digitalisierung. All das führt in Anbetracht der vielen geopolitischen Unsicherheiten dazu, dass sich die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden an Beratung, Transparenz und Service deutlich verändern.

„Kundinnen und Kunden suchen stärker denn je Orientierung und ganzheitliche Lösungen – und zwar über klassische Bankprodukte hinaus. Genau hier liegt eine große Chance unserer Zusammenarbeit.“

Daniel Bahr

Was bedeutet dieses veränderte Umfeld im Versicherungsgeschäft konkret für die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken – und wo liegen aus Ihrer Sicht die Chancen der Kooperation?

Bahr: Für Banken heißt das vor allem: Kundinnen und Kunden suchen stärker denn je Orientierung und ganzheitliche Lösungen – und zwar über klassische Bankprodukte hinaus. Genau hier liegt eine große Chance unserer Zusammenarbeit. Gemeinsam decken wir alle finanziellen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden ganzheitlich ab – von Absicherung über Gesundheit bis hin zur Kapitalanlage – und das eingebettet in eine vertrauensvolle Beziehung zur Hausbank vor Ort.

In der Vertriebspartnerschaft der Allianz mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken spielt die Sachversicherung eine bedeutende Rolle. Allerdings steht diese aktuell stark unter Druck. Wie gehen Sie damit um?

Bahr: Die Herausforderungen in der Sachversicherung sind erheblich. Unser Ansatz ist dabei klar: Wir setzen auf nachhaltiges Wachstum statt kurzfristiger Effekte. Für unsere Kooperationsbanken bedeutet das stabile Produkte, eine transparente Tarifierung und eine leistungsfähige Schadenregulierung. Gleichzeitig investieren wir gezielt in Prävention und Risikomanagement, um unsere Kunden zu sensibilisieren und ihnen Sicherheit, Vertrauen und maßgeschneiderte Schutzmaßnahmen empfehlen zu können.

Aktuell wird in Deutschland intensiv über die Zukunft der Gesundheitsversorgung diskutiert. Wo sehen Sie in der Kooperation der Allianz mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken Potenzial, dieses Geschäftsfeld zu stärken?

Bahr: Viele Versicherte sind derzeit mit steigenden Beiträgen und teilweise sinkenden Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung konfrontiert. Private Vorsorge und Zusatzversicherungen gewinnen dadurch an Bedeutung. Insbesondere sehen wir großes Potenzial in der betrieblichen Krankenversicherung. Arbeitgeber suchen zunehmend nach attraktiven Instrumenten zur Mitarbeitergewinnung und ‑bindung. Mit unseren Budgettarifen „MeineGesundheit“ bieten wir eine Lösung, die einfach erklärbar, sofort erlebbar und ohne Gesundheitsprüfung oder Wartezeiten ausgestaltet ist. Sie lässt sich sehr gut in die Firmenkundenberatung der Volks- und Raiffeisenbanken integrieren.

„Digitalisierung verstehen wir bewusst als Unterstützung der persönlichen Beratung – nicht als deren Ersatz.“

Daniel Bahr

Ein wichtiger Geschäftstreiber der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken ist die Digitalisierung. Wie unterstützt die Allianz die kooperierenden Institute in diesem Bereich?

Bahr: Digitalisierung verstehen wir bewusst als Unterstützung der persönlichen Beratung – nicht als deren Ersatz. Mit Plattformen wie „Meine Allianz“, digitalen Abschluss‑ und Serviceprozessen sowie Online‑Rechnern schaffen wir Effizienz, Transparenz und Komfort. Diese sind auch in die digitalen Auftritte der Banken integrierbar. Das entlastet Beraterinnen und Berater spürbar im Alltag, schafft mehr Zeit für das persönliche Kundengespräch und erfüllt zugleich den gestiegenen Anspruch der Kundinnen und Kunden auf jederzeitigen digitalen Zugang zu Informationen und Services.

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt das Interesse der Verbraucher an langfristigen Vermögensanlagen. Inwiefern greifen Sie das Thema in der Vertriebspartnerschaft der Allianz mit den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken auf?

Bahr: Das Spar‑ und Anlageverhalten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Viele Anlegerinnen und Anleger beschäftigen sich heute bereits in jungen Jahren und intensiver mit dem langfristigen Vermögensaufbau und erwarten transparente, flexible und digital gut abbildbare Lösungen. Gemeinsam mit den Volks- und Raiffeisenbanken können wir hier frühzeitig Orientierung bieten – jenseits klassischer Sparprodukte. Besonders relevant wird dabei die Diversifikation. Mit der PrivateFinancePolice und der PrivateMarketsPolice eröffnen wir Zugang zu alternativen Anlageklassen wie Infrastruktur, Private Equity oder Private Debt, eingebettet in eine Versicherungslösung. Was für Privatanleger sonst kaum zugänglich ist – etwa Investitionen in Mautstraßen, Glasfasernetze oder Windparks – wird so breit diversifiziert und professionell gemanagt möglich. Das schafft attraktive langfristige Renditechancen und erhöht zugleich die Stabilität, da diese Anlagen weniger anfällig für Schwankungen an den Kapitalmärkten sind.

„Unser Anspruch ist es, die Volks- und Raiffeisenbanken dabei zu unterstützen, ihre Rolle als ganzheitlicher Finanzpartner weiter auszubauen.“

Daniel Bahr

Zum Abschluss: Wo sehen Sie den größten Hebel für die weitere Entwicklung der Partnerschaft zwischen der Allianz und den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken?

Bahr: Der größte Hebel liegt im gemeinsamen Verständnis für die Herausforderungen unserer Kundinnen und Kunden – und im konsequenten Schulterschluss von Bank‑ und Versicherungskompetenz. Unser Anspruch ist es, die Volks- und Raiffeisenbanken dabei zu unterstützen, ihre Rolle als ganzheitlicher Finanzpartner weiter auszubauen – mit stabilen Versicherungslösungen, digitalen Services und innovativen Anlagekonzepten. Daran arbeiten wir gemeinsam – heute und in Zukunft.

Herr Wienhausen, Herr Bahr, herzlichen Dank für das Gespräch!

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