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Die VR-Bank Würzburg möchte mehr als nur ein Finanzdienstleister sein. „Als moderne Genossenschaftsbank gestalten wir aktiv die Wirtschaft von morgen und bieten unseren Mitgliedern und Kunden innovative Lösungen, die über klassische Bankdienstleistungen hinausgehen“, schreibt die Bank auf ihrer Webseite. Dort führt sie unter dem Titel „VR-mehr-als-Bank“ ihre Tochterunternehmen auf, die neue Geschäftsfelder erschließen und die Bank insgesamt weiterentwickeln sollen (siehe dazu auch den Beitrag „Kreativ zu neuen Zielen“ in „Profil“ 3/2021).

Eine dieser Tochtergesellschaften ist die VR-Energieservice GmbH. Geschäftsführerin ist Karolin Mark. Bevor sie 2021 zum VR-Energieservice wechselte, war sie bei der VR-Bank Würzburg erst als Firmenkundenberaterin und dann als Leiterin Gewerbekundenberatung tätig. Aus dieser Zeit weiß sie, wie mittelständische Unternehmen ticken, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Zu den Stärken gehört sicherlich ihre Innovationskraft, doch beim Energieeinkauf und dem Energiemanagement entdeckte Mark regelmäßig ungenutztes Potenzial.

Energiekrise wirbelt Märkte durcheinander

Mit der Energiekrise habe sich das Problem nochmal deutlich verschärft. „Früher haben die Unternehmen ein- oder zweimal im Jahr ihre Lieferverträge für Strom und Gas überprüft. Das war keine große Sache, weil die Preise relativ stabil waren. Seit der Energiekrise sind die Märkte viel volatiler und mit deutlich mehr Risiken verbunden. Das merken die Unternehmen: Sie beschäftigen sich viel stärker mit Kosten, Energieeffizienz und der Elektrifizierung ihrer Flotten vom Lkw bis zum Radlader, weil Öl und Gas in Zukunft noch teurer werden könnten“, berichtet die Geschäftsführerin.

Doch um sich mit diesen Themen intensiv zu beschäftigen, fehlten den Unternehmen oft die personellen und finanziellen Kapazitäten. „In der Regel macht das der Geschäftsführer selbst, vielleicht hat er noch jemanden, der ihn beim Thema Energieeinkauf und Energiemanagement unterstützt. Aber es gibt kaum Experten in den Unternehmen, die sich ausschließlich mit diesen Themen beschäftigen“, sagt Mark.

250 Unternehmen nehmen Leistungen in Anspruch

Die VR-Bank Würzburg erkannte die Chance, die Unternehmen an dieser Stelle bei der Hand zu nehmen und sie beim Einkauf von Energie zu unterstützen. 2018 gründete sie dafür die VR-Energieservice GmbH. Seit 2025 bietet sie auch das Thema Energiemanagement als Dienstleistung an. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen, aber auch private Haushalte sowie Haus- und Immobilienverwalter. Aktuell betreut die VR-Energieservice GmbH rund 250 Gewerbe- und Firmenkunden der VR-Bank Würzburg sowie etwa 600 private Haushalte.

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Der VR-Energieservice der VR-Bank Würzburg, vorgestellt im Image-Video. Quelle: VR-Energieservice GmbH

Unterstützung beim Energieeinkauf

Schon beim Energieeinkauf bieten sich zahlreiche Optimierungsansätze. Gemeinsam klärt Karolin Mark mit den Unternehmen Fragen wie: Wann ist ein guter Zeitpunkt, um Preise zu fixieren? Welche unterschiedlichen Einkaufsstrategien gibt es? Welche Laufzeiten sind im aktuellen Marktumfeld interessant? Lohnen sich flexible Beschaffungsmodelle, die sich an den Termin- und Spotmärkten der Strombörsen orientieren? Sobald diese Fragen geklärt sind, unterstützt das dreiköpfige Team um Karolin Mark die Unternehmen dabei, eine passende Einkaufsstrategie zu entwickeln. Doch damit ist es nicht getan: „Wir behalten für die Unternehmen die Preisentwicklungen im Blick, holen Strom- und Gasangebote ein, klären Fragen mit Lieferanten und Netzbetreibern und behalten den Überblick über die Lieferstellen des Unternehmens“, umreißt Mark das Dienstleistungsangebot des VR-Energieservice.

„Energie-Deal“ mit maßgeschneiderten Angeboten

In enger Zusammenarbeit mit Branchenverbänden und Netzwerkpartnern bieten der VR-Energieservice den Unternehmen einen maßgeschneiderten „Energie-Deal“ mit einem exklusiven Zugang zu verschiedenen Angeboten im Bereich Strom und Gas. „Je nach Verbrauchsprofil, Standorten, Laufzeitwunsch und Risikoneigung kann der beste Deal anders aussehen. Wir wollen den Unternehmen Zugang zu besonderen Vorteilen und attraktiven Angeboten verschaffen“, erklärt Mark.

Der VR-Energieservice kann dabei auf ein breites Netzwerk an Energielieferanten zugreifen, die unterschiedliche Preisstrukturen anbieten. „Wir arbeiten zum Beispiel gerne mit Stadtwerken zusammen, weil sie beständig sind. Es gibt aber auch Lieferanten, die gerne eher die großen Mittelständler mit hohen Verbräuchen beliefern, andere bevorzugen wiederum kleine Unternehmen. Wir besprechen das mit unseren Kunden, welche Einkaufsstrategien in Fragen kommen, dann schauen wir, welche Lieferanten dafür in Betracht kommen, und fordern Angebote an“, erklärt Mark. Es gehe aber nicht darum, auf Biegen und Brechen einen neuen Vertrag abzuschließen. „Wir sehen uns die Abrechnungen des Kunden an, und wenn wir feststellen, dass der Preis sehr gut ist, dann empfehlen wir auch, den Vertrag erstmal weiterlaufen zu lassen. Da sind wir sehr transparent“, betont die Geschäftsführerin.

Viele Unternehmen wollen sich nachhaltiger aufstellen

Die hohen Energiepreise und die Energiekrise waren bei vielen Unternehmen zudem der Auslöser, verstärkt nach Möglichkeiten zu suchen, um Energiekosten zu sparen. Auch andere Themen spielen dabei eine immer wichtigere Rolle, zum Beispiel gesetzliche Vorgaben für Nachhaltigkeit in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG). „Diese Themen wirken inzwischen sehr stark auf die Unternehmen ein, etwa weil Energieaudits und Energiemanagementsysteme für Betriebe ab einer bestimmten Größenordnung vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschrieben werden. Oder sie werden von den eigenen Kunden und Zulieferern aufgefordert, Angaben für deren Nachhaltigkeitsbericht zu liefern“, berichtet Mark.

Viele Unternehmen seien mittlerweile gewillt, sich nachhaltiger aufzustellen. „Die Mehrzahl hat ihre Betriebe schon auf LED-Beleuchtung umgestellt und die Heizungssteuerung angeschaut. Das sind so die Klassiker. Doch darüber hinaus fehlt es oft an Zeit und Ideen, um nach weiteren Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch zu suchen“, berichtet Mark. Dazu komme immer wieder die Frage: Lohnt sich das überhaupt? Der VR-Energieservice unterstützt die Unternehmen dabei, ein Energiemanagement aufzusetzen, um Energieverbräuche zu messen und Lastspitzen zu reduzieren.

Denn der Wettbewerb dränge die Unternehmen dazu, immer effizienter und damit günstiger zu produzieren. „Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, senkt die Energiekosten im Unternehmen dauerhaft“, betont Mark. Das helfe den Unternehmen dabei, sich besser am Markt zu positionieren. Auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz würden immer mehr zum Verkaufsargument. „Effiziente Unternehmen haben ein gutes Nachhaltigkeitsimage. Sie gelten als modern, verantwortungsbewusst und zukunftsfähig.“ Zudem gebe es für Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen Förderprogramme und staatliche Zuschüsse, die oft erheblichen Einfluss auf die Kostenkalkulation haben.

Eigene Software für Energiemanagement

Um die Unternehmen beim Energiemanagement zu unterstützen, bietet der VR-Energieservice eine eigene Software an. „Diese erfasst automatisch Energieverbrauchsdaten und verarbeitet diese effizient. So müssen diese Daten nicht manuell erfasst, protokolliert und ausgewertet werden“, erklärt Mark. Die Software des VR-Energieservice ist nach der Norm ISO 50001 für Energiemanagementsysteme zertifiziert und bietet den Unternehmen die Möglichkeit, ein individuelles Messkonzept zu erstellen, das sofort einsatzbereit ist. Karolin Mark und ihr Team helfen bei der Bestandsaufnahme der Daten und beraten bei der Einführung vor Ort.

Wie wichtig ein Energiemanagementsystem sein kann, hat Mark immer wieder gemerkt. „Es hilft zum Beispiel dabei, frühzeitig Anomalien im Energieverbrauch zu erkennen. Wenn ich erst an der nächsten Rechnung erkenne, dass der Verbrauch nicht stimmt, kann das viel Geld kosten.“ Bei einem Betrieb sei zum Beispiel die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mehrere Monate lang defekt gewesen, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Während dieser Zeit habe der Betrieb seinen gesamten Strom aus dem Netz bezogen. „Das war richtig kostenintensiv und hätte verhindert werden können, wenn der Defekt frühzeitig entdeckt worden wäre.“

Sparringspartner für mittelständische Unternehmen

Karolin Mark und ihr Team vom VR-Energieservice verstehen sich darüber hinaus als Sparringspartner für mittelständische Unternehmen, die selbst in die Energiewende investieren wollen. Dabei gehe es vor allem um Konzeptarbeit. Gemeinsam klärt der VR-Energieservice mit den Unternehmen Fragen wie: Wie können Unternehmen eine PV-Anlage auf dem Dach sinnvoll nutzen? Lohnt es sich eher, den Strom ins Netz einzuspeisen oder selbst zu verbrauchen? Ab wann rechnet sich ein Energiespeicher? Welche Möglichkeiten gibt es, eine eigene Ladeinfrastruktur für E-Autos aufzubauen, und wann ist dies sinnvoll?

Die Vorgehensweise sei dabei sehr strukturiert. Zuerst werden die Ideen des Unternehmens konkretisiert und die individuellen Gegebenheiten des Unternehmens abgesteckt. Im zweiten Schritt wird das Umsetzungsziel festgelegt und mögliche Lösungen darauf abgestimmt. Im dritten Schritt werden schließlich geeignete Partner aus dem Netzwerk des VR-Energieservice und der VR-Bank Würzburg hinzugezogen, um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten zu klären. „Wir helfen unseren Kunden, eine Entscheidung zu treffen, indem wir ihnen innovative Lösungen aufzeigen und unser Netzwerk an Spezialisten zugänglich machen. Wir werden aber niemals selbst eine Solaranlage planen und bauen. Dafür gibt es spezialisierte Betriebe. Wir sehen uns eher als Generalisten, die das große Ganze im Blick haben“, erklärt Mark die Vorgehensweise.

Energie-Wissen ist auch für Laien interessant

Um Unternehmen auf die eigene Webseite zu leiten und auf die Leistungen aufmerksam zu machen, vermittelt der VR-Energieservice zudem in einem Blog Energie-Wissen, das auch für Laien sehr interessant ist. Dort wird zum Beispiel erklärt, wie negative Strompreise entstehen und wie diese genutzt werden können. Auch das Merit-Order-Prinzip, das die Preise für börsengehandelten Strom bestimmt, wird erläutert – ebenso die Frage, wie sich der Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus für die Energiepreise auswirken.

Eine zutiefst genossenschaftliche Idee

Mittelständischen Unternehmen beim Energieeinkauf und dem Energiemanagement zu helfen, sei auch eine zutiefst genossenschaftliche Idee, ist Mark überzeugt. „Unsere Mission ist es, nachhaltige Energielösungen einfach, effizient und zuverlässig für alle zugänglich zu machen – so, wie Kreditgenossenschaften früher Bauern und Handwerkern einen einfachen Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht haben.“

Auch andere VR-Banken können VR-Energieservice nutzen

Die VR-Energieservice GmbH der VR-Bank Würzburg bietet ihre Dienstleistungen auch anderen Volks- und Raiffeisenbanken zur Vermittlung an. Interessierte Institute melden sich gerne bei Geschäftsführerin Karolin Mark, mark(at)vr-energieservice.de, Telefon 09 31-90 87 38 01.

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