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Doranta Delija, Lorenz Hammer und Stephan Diepold haben am 1. September ihre Ausbildung bei der Raiffeisenbank Lech-Donau begonnen. Bereits am zweiten Tag geht es für die 17-Jährige, den 18-Jährigen und den 24-Jährigen nach Ingolstadt. Dort begrüßt die Akademie der Bayerischen Genossenschaften (ABG) die Nachwuchskräfte der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken zum 18. VR activestart.

Ein wenig aufgeregt seien sie schon, berichten die Azubis, während sie an den Ständen der Verbundpartner erste Informationen über die genossenschaftliche Finanzgruppe sammeln. Manche haben erst vor wenigen Wochen die Abschiedsworte ihres ehemaligen Schulleiters gehört. Nun gehören sie zu den 676 Auszubildenden im Stadttheater Ingolstadt, die von Daniel Gronloh, ABG-Geschäftsführer, beim Eintritt in ihren neuen Lebensabschnitt begrüßt werden. 

Als Bildungspartner der Genossenschaftsbanken wird die ABG die jungen Menschen in den kommenden zwei Jahren begleiten – mit Fachseminaren und Trainings in der Akademie in Beilngries, um sie bestmöglich auf die IHK-Prüfung vorzubereiten. 

Zahl der Auszubildenden bleibt auf hohem Niveau

Insgesamt haben im September knapp 900 junge Menschen ihre Ausbildung bei den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken begonnen. Die Zahl bleibt damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

„Eine Veranstaltung wie diese ist nicht selbstverständlich“, sagt ABG-Geschäftsführer Gronloh. „Sie steht für das große Engagement der Genossenschaftsbanken in der Ausbildung.“ In seiner Begrüßung liefert Gronloh beeindruckende Zahlen: Mit rund 650 Instituten bilden die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken eines der dichtesten Bankservicenetze Europas. Deutschlandweit absolvieren etwa 9.000 junge Menschen eine Ausbildung bei einer Volks- und Raiffeisenbank. „Mit Ihrem ersten Karriereschritt haben Sie alles richtig gemacht“, fährt Gronloh fort. Sie hätten sich entschieden, eine Ausbildung zu machen, die viele Möglichkeiten eröffnet.

Bei ihren ersten Karriereschritten sind die jungen Menschen nicht auf sich gestellt. Sie werden an die Hand genommen, unterstützt und begleitet. So wie bei den sportlichen Aktivitäten an diesem Tag im Stadttheater Ingolstadt: Wer es wagt, klettert beim Kistenstapeln Kasten für Kasten und Stück für Stück weiter nach oben. Gut gesichert und mit Helm.

Gut gesichert erste Schritte wagen

Beim Abseilen im Foyer ist es ähnlich. Oben und unten steht ein ABG-Mitarbeiter. Mutige wie Arthur Merk, Auszubildender der Raiffeisenbank im Nürnberger Land, lassen sich am Seil in die Tiefe. „Ich hab mir das vorher genau angeschaut und dann stand für mich fest: Das mach ich jetzt auch. Es war schon ein bisschen aufregend, gerade an der Stelle, wo man sich reinlehnen muss“, berichtet der 19-jährige Azubi. Ganz ähnlich erging es ihm bei der Entscheidung für seine jetzige Ausbildung: Während seiner Schulzeit hatte Arthur Merk bei einem Praktikum den Berufsalltag in einer Bank kennengelernt. „Das Praktikum hat mich überzeugt und nach der Schule bewarb ich mich direkt.“

Nun steht der Auszubildende aus dem Nürnberger Land am Beginn seines neuen Lebensabschnitts. Bevor er in der Bank die Abläufe im Bankalltag genau kennenlernen wird, geht es heute bei VR activestart darum, Eindrücke sammeln, Informationen über die genossenschaftliche Finanzgruppe einzuholen und Gleichgesinnte kennenzulernen. 

Neugierig bleiben und Chancen nutzen

Auf der Leinwand ist bei Programmbeginn zunächst ein Spot der Volks- und Raiffeisenbanken zu sehen, in dem es wie gewohnt heißt: „Wir machen den Weg frei.“ Das greift Moderatorin Inken Häfele bei ihrer Begrüßung der Auszubildenden auf. „Das bezieht sich auch auf euch. Ihr habt nun einen Weg vor euch. Eine Ausbildung bei einer Volks- und Raiffeisenbank. Und ihr habt den genossenschaftlichen Weg gewählt – als Startschuss für so vieles, was man damit später machen kann.“

Der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Stefan Müller, meldete sich mit einem Video-Gruß zu Wort. Auch er betont: „Mit dieser Ausbildung haben Sie die richtige Entscheidung getroffen.“ Er selbst habe seine Karriere mit einer Ausbildung begonnen. „Ich habe Bankkaufmann gelernt“, erzählt der GVB-Präsident. Seit seinem Eintritt ins Berufsleben habe sich viel verändert. „Was sich aber nicht geändert hat“, fährt Müller fort: „Trotz aller Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz kommt es auf Menschen an, die andere Menschen bei wichtigen Entscheidungen begleiten. Das werden in Zukunft Sie sein. Sie sind die Zukunft der Volks- und Raiffeisenbanken.“ Weiter fordert er die jungen Menschen im Saal des Stadttheaters Ingolstadt auf, Verantwortung zu übernehmen, neugierig zu bleiben und sich aktiv einzubringen. „Stellen Sie Fragen. Bleiben Sie offen. Bringen Sie Ideen mit und nutzen Sie die Ihnen gebotenen Chancen.“

Entscheiden, kommunizieren, Verantwortung übernehmen

Wie wichtig Entscheidungen und Kommunikation sind, zeigt Florian Badstübner. Er ist Schiedsrichter in der Ersten Bundesliga und seit Kurzem auch für die FIFA. Zu seinem Lebenslauf gehört allerdings auch ein Verbundstudium bei einer Raiffeisenbank.

Beim VR activestart berichtet er, wie er während eines Spiels unter hohem Druck in kürzester Zeit rund 245 Entscheidungen treffen muss – und wie er gelernt hat, mit Fehlentscheidungen umzugehen. Denn mitunter genüge eine einzige strittige Szene, damit die Leistung eines Schiedsrichters insgesamt infrage gestellt werde.

Auf sich allein gestellt ist Badstübner dabei nicht. Assistenten an der Seitenlinie und der Videoschiedsrichter unterstützen ihn. Wie eng das Team zusammenarbeitet, veranschaulicht er anhand einer Spielszene: Zunächst sehen und hören die Auszubildenden das Foul aus der Perspektive des Fernsehpublikums. Beim zweiten Abspielen ist zusätzlich der Austausch mit dem Videoschiedsrichter zu hören. Deutlich wird: Badstübner muss zwar letztlich entscheiden, kann sich dabei aber auf sein Team verlassen.

Ebenso wichtig sei die Kommunikation mit den Spielern. Der Austausch vor und während einer Partie könne dazu beitragen, dass selbst schwierige Entscheidungen besser nachvollziehbar seien. Badstübners Botschaft an die Auszubildenden: Verantwortung übernehmen, anderen vertrauen und Entscheidungen klar vermitteln.

Genossenschaften neu denken

Bevor es in die Mittagspause geht, betreten Bastian Leuchten, 21, und Johannes Ehlert, 27, die Bühne. Sie gehören zu Neonblau, der Next Gen Consultancy der Volks- und Raiffeisenbanken. 

Leuchten und Ehlert ermutigen die Auszubildenden, gewohnte Denkstrukturen aufzubrechen und Neues zu wagen. Zugleich erklären sie anschaulich, was die Rechtsform Genossenschaft ausmacht. Dabei zeigt sich: Genossenschaftliche Werte decken sich in vielerlei Hinsicht mit dem, was jungen Menschen wichtig ist. Mit dem Appell „Traut euch, mitzugestalten“ entlassen sie die Auszubildenden in die Pause, in der sie sich nicht nur stärken, sondern auch spielerisch informieren können.

Entdecken und ins Gespräch kommen

Der „Marktplatz der Verbundpartner“ bietet den Azubis in der Mittagspause Gelegenheit, die genossenschaftliche Finanzgruppe und deren Leistungen näher kennenzulernen. Zugleich kommen sie an den einzelnen Ständen miteinander ins Gespräch – schließlich sind sich viele erst am Vortag zum ersten Mal begegnet. Für gemeinsame Erlebnisse sorgen verschiedene Mitmachangebote: Am Stand von Union Investment entstehen gemeinsame Fotos, beim Gewinnsparverein treten Teilnehmende kräftig in die Pedale, ziehen Lose und essen Eis. 

Eine Ausbildung, viele Möglichkeiten

Heute begeistert Florian Otto als Zauberer sein Publikum. Seine berufliche Laufbahn begann jedoch mit einer Ausbildung bei der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg. Zauberer Florian Otto zeigt mit seinem Werdegang, welche unterschiedlichen Möglichkeiten eine Ausbildung eröffnet. Jeder und jede findet den eigenen Weg. Schiedsrichter, Zauberer oder Bankvorstand – der Start ist derselbe, die beruflichen Ziele können ganz unterschiedlich sein.

Welche Richtung Nachwuchskräfte einmal einschlagen, ist offen. Nach der Pause zeigt Florian Otto zunächst, wie reizvoll das Unerwartete sein kann: Mit seiner Zauberkunst bezieht er die Azubis ein, bietet positive Überraschungsmomente und verblüfft. 

Spende an die Felix Neureuther Stiftung

Am Stand des Gewinnsparvereins haben Teilnehmende des VR activestart kräftig in die Pedale getreten und Spendengeld erradelt. Dabei kam eine Summe von 453,93 Euro zusammen. Der Gewinnsparverein stockte den Betrag um 1.000 Euro auf. Dieselbe Summe spendete die ABG, und den Rest steuerte Schiedsrichter und Speaker Florian Badstübner bei, der auf seine Gage verzichtete. Markus Eichenseer vom Gewinnsparverein und Michael Horndasch von der ABG übergaben die Spende in Höhe von insgesamt 4.000 Euro an die Felix Neureuther Stiftung. Persönlich entgegengenommen hat den Spendenscheck Christian Neureuther, Vater von Felix Neureuther und selbst ebenfalls ehemaliger Skirennfahrer. 

An Herausforderungen wachsen

Ganz still wird es im Saal beim Auftritt von Miriam Höller. Sie erzählt davon, wie sie mehrfach scheinbar Unmögliches möglich gemacht hat. Zunächst in ihrem Beruf als Stuntfrau. Dann erneut, als es ihr gelungen ist, nach schweren Schicksalsschlägen wieder aufzustehen. Ihre Botschaft an die jungen Menschen: Rückschläge könnten einem das Gefühl geben, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. Doch gerade an solchen extremen Herausforderungen könne man wachsen. 

Miriam Höller hat gelernt, dem Leben zu vertrauen und sich nach Rückschlägen zurückzukämpfen. Dazu habe sie sich bewusst gegen die Opferrolle und dafür entschieden, Verantwortung für sich zu übernehmen. „Du entscheidest, wer du bist“, bestärkt sie die Teilnehmenden von VR activestart. Sie rät ihnen, ihren eigenen Weg zu gehen und auch in schwierigen Phasen mutig zu bleiben. 

Am Ende nehmen die Nachwuchskräfte viele Eindrücke mit nach Hause – und die Gewissheit, bei ihren ersten beruflichen Schritten nicht allein zu sein. Der VR activestart hat ihnen gezeigt, wie vielfältig die Wege sind, die ihnen mit ihrer Ausbildung offenstehen. Nun liegt es an ihnen, neugierig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und die genossenschaftliche Welt mitzugestalten.

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