Statistik: Genossenschaften gestalten Bayern und sind für die Wirtschaft im Freistaat unerlässlich. Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen.
In einem anspruchsvollen Umfeld haben sich die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken 2025 erfolgreich behauptet. Auch in herausfordernden Zeiten ist somit auf die genossenschaftlichen Institute Verlass. Das operative Ergebnis legte im vergangenen Jahr auf 2,2 Milliarden Euro zu. Das ist ein Plus von 7,1 Prozent und damit ein neues Allzeithoch. Private Haushalte und Unternehmen vertrauten den VR-Banken im Freistaat 166,7 Milliarden Euro an, ein Plus von 3,4 Prozent. An Krediten reichten die Banken 147,7 Milliarden Euro aus, das ist ebenso ein Plus von 3,8 Prozent.
In Bayern gibt es 175 Volks- und Raiffeisenbanken. Ihre gesammelte Bilanzsumme stieg 2025 um 2,9 Prozent beziehungsweise rund sechs Milliarden Euro auf 216,4 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Institut erhöhte sich auf mehr als 1,2 Milliarden Euro.
Die Kreditgenossenschaften verfügen über ein enges Filialnetz in ganz Bayern. Sie betreiben 1.618 Geschäftsstellen und 2.798 Geldautomaten. Während es sehr kleine Regionalinstitute mit einer Bilanzsumme von knapp 60 Millionen Euro gibt, hat die größte Genossenschaftsbank in Bayern eine Bilanzsumme in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.
Alle bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Überblick
Die nach Bilanzsumme sortierte Übersicht über die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken steht hier zum Download bereit.
Die Waren‑ und Dienstleistungsgenossenschaften im Genossenschaftsverband Bayern erzielten im Jahr 2025 über alle Branchen hinweg Umsatz‑ und sonstige Erlöse von rund 19 Milliarden Euro. In ihrer Gesamtheit stehen die Waren‑ und Dienstleistungsgenossenschaften für wirtschaftliche Stabilität, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit – und bilden einen tragenden Pfeiler der bayerischen Wirtschaft in Zeiten zunehmender Unsicherheit.
28 neu eingetragene Genossenschaften hat der GVB im vergangenen Jahr bei der Gründung begleitet. Die Gründungsberatung blickt somit auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Fast zwei Drittel aller Neueintragungen sind Energiegenossenschaften. Damit stieg die Zahl der bayerischen Energiegenossenschaften auf 364 an.
Mitglied bei einer bayerischen Genossenschaft sind 2,9 Millionen Menschen. Ende 2024 lag diese Zahl bei rund 2,8 Millionen Menschen.
Die meisten Mitglieder haben die 175 bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, die auf knapp 2,3 Millionen Anteilseigner kommen, gefolgt von Banken mit Warengeschäft und reinen Raiffeisen-Warengenossenschaften mit 302.000 Mitgliedern. Den dritten Platz belegen die ländlichen Genossenschaften mit 71.000 Mitgliedern, gefolgt den gewerblichen Genossenschaften mit 57.000 und den Energiegenossenschaften mit 56.000 Mitgliedern.
Genossenschaften sind ein beliebter Arbeitgeber. Rund 52.000 Beschäftigte arbeiteten bei den Mitgliedsgenossenschaften des Genossenschaftsverbands Bayern.
Bei einer Volks- und Raiffeisenbank arbeiten davon 29.249 Menschen. Bei gewerblichen Genossenschaften sind 10.127 Mitarbeitende in Vollzeit beschäftigt, im Milch-Sektor arbeiten 4.369 Menschen in Vollzeit und bei Handels-Genossenschaften gibt es 2.505 Vollbeschäftigte.
Auch bei jungen Menschen sind Genossenschaften beliebt und viele starten dort ihren beruflichen Werdegang mit einer Lehre. 2.765 Frauen und Männer absolvieren derzeit eine Ausbildung bei einer bayerischen Genossenschaft. Das sind 222 mehr als 2024. Bei Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften absolvieren derzeit 659 Frauen und Männer eine Ausbildung, 243 davon bei einer gewerblichen Genossenschaft.