Kapitalmärkte 2026: Tobias Schmidt von Union Investment wagt einen Ausblick auf das kommende Jahr.
Die Befragung unter 300 Kleinunternehmen bis 6 Millionen Euro Jahresumsatz zeigt, dass die Unternehmen im Umfeld der Nahostkrise und mangelnden Reformfortschritten ihre Lage etwas schlechter als vor 12 Monaten beurteilen. So sinkt der Indikator für den Zwölf-Monats-Vergleich beim Kleinunternehmerindex der VR Smart Finanz leicht um 3 Punkte auf -1. Für die Zukunft sind sie nochmal deutlich pessimistischer. Der Indikator für den Zukunftsblick fällt signifikant um 19 Punkte auf einen Stand von 11.
Die wirtschaftliche Lage von Kleinunternehmen ist angespannt
Die verschlechterte Stimmung spiegelt sich auch in der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage wider. So beurteilen die Befragten die Entwicklung ihrer aktuellen Situation sowie ihrer Umsätze und Gewinne tendenziell negativer als noch im Herbst 2025. Die Liquiditätssituation bleibt angespannt: Über die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) berichtet von finanziellen Engpässen im vergangenen Jahr.
Unternehmen fürchten um ihre Existenz
Diese Entwicklungen dämpfen auch die Investitionstätigkeit der Kleinunternehmen. Zwar ist der Investitionsbedarf unverändert hoch (61 Prozent), aber 42 Prozent haben Investitionen verschoben oder ganz abgesagt (+2 Prozentpunkte). Hier ist die Politik gefragt: Neben einer verbesserten Nachfrage nennen die Befragten vor allem eine Reduzierung von Steuern und Abgaben sowie Bürokratieabbau als Voraussetzung für mehr Investitionen. Knapp ein Fünftel der Kleinunternehmen sieht sogar den Fortbestand seines Unternehmens gefährdet, wenn sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht ändern.
Knapp ein Fünftel der Kleinunternehmen sieht seinen Fortbestand gefährdet, sofern sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht ändern. Das hat die Kleinunternehmerstudie vom Juni 2026 im Auftrag von VR Smart Finanz ergeben. Grafik: VR Smart Finanz
Warnsignal für die Politik
Mit einem Anteil an der Unternehmenslandschaft hierzulande von 90 Prozent sind Kleinunternehmen ein wichtiger Arbeitgeber und tragen wesentlich zu Wertschöpfung und Wachstum in Deutschland bei. Umso wichtiger ist es, dass die Regierung erforderliche Reformen angeht und wieder ein investitionsfreundliches Klima für kleine Unternehmen schafft, vornehmlich über einen Abbau von Bürokratie, Senkung von Steuern und Abgaben sowie die Umsetzung wettbewerbsfreundlicher Energiekosten.
Daniel Rosenkranz ist Bereichsleiter Unternehmensentwicklung/Smart Data bei VR Smart Finanz.
Zur Studie
Das Stimmungsbarometer ist eine regelmäßige Studie, die die VR Smart Finanz seit 2019 gemeinsam mit dem CFin – Research Center For Financial Services der Steinbeis Hochschule zur Situation und zu den Bedürfnissen von Kleinunternehmen erhebt. Die Befragung fand vom 01. bis 14. April 2026 unter 300 Geschäftskunden, Gewerbekunden, Soloselbständigen sowie Unternehmen aus dem kleineren Mittelstand mit einem Jahresumsatz bis zu sechs Millionen Euro statt.
Weitere Details zur Studie und ihren Ergebnissen gibt es unter www.vr-smart-finanz.de/stimmungsbarometer-2026-06.