Energie-Experten: Mit ihrer Tochtergesellschaft VR-Energieservice unterstützt die VR-Bank Würzburg den Mittelstand seit 2018 bei Energieeinkauf und Energiemanagement.
Als Partnerin des regionalen Mittelstands versteht sich die VR-Bank Main-Rhön. „Daher möchten wir unsere Firmenkunden nicht nur bei klassischen Finanzierungsfragen begleiten, sondern auch bei zentralen Zukunftsthemen“, sagt Frank Hefner, Vorstand der Kreditgenossenschaft. Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Resilienz werden damit zu festen Themen in der Beratung. Für die VR-Bank Main-Rhön ist das mehr als ein Zusatzangebot, sondern Baustein einer nachhaltigen Firmenkundenberatung.
„Mittelständische Unternehmen gehören zu unserer Kernkundengruppe“, fährt Hefner fort. „Diesen Kunden möchten wir ganzheitlich unterstützen.“ Dazu gehört, sie ebenso bei den Herausforderungen am Energiemarkt zu unterstützen. Seit einem Vierteljahr kooperiert die VR-Bank Main-Rhön daher mit der Cleverwatt GmbH. Das Dienstleistungsunternehmen hat sich darauf spezialisiert, Energieinfrastrukturen zu steuern und optimieren.
Ganzheitliche Energieoptimierung
Cleverwatt entwickelt digitale Lösungen, mit denen Unternehmen ihre Energiekosten nachhaltig senken und Energieflüsse intelligent steuern können. Das KI-basierte Energiemanagementsystem ist speziell auf die Anforderungen mittelständischer Betriebe zugeschnitten und verbindet Echtzeitdaten, intelligente Analysefunktionen und automatisierte Steuerung in einem benutzerfreundlichen System.
Energiethemen neben dem operativen Geschäft zu lenken, ist komplex. „Stellt man es falsch an, kann es teuer werden“, sagt Hefner. „Die Kooperation mit Cleverwatt ist daher eine ideale Hilfestellung und Unterstützungsleistung, die wir unseren Kundinnen und Kunden anbieten können. „Cleverwatt verkauft keine Produkte, sondern entwickelt ganzheitliche Konzepte auf Basis solider Daten.“ Die Kooperation beschreibt der Vorstand der VR-Bank Main-Rhön daher als „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Viele mittelständische Unternehmen sind ohnehin mit einer Vielzahl an Krisen, regulatorischen Anforderungen und operativen Herausforderungen konfrontiert. Anders als große Unternehmen verfügen sie oft nicht über eigene Fachabteilungen oder Stabsstellen, die sich systematisch mit Energiefragen, Förderkulissen oder Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen könnten. Genau hier setzt die Partnerschaftsangebot an: Die Bank eröffnet ihren Kundinnen und Kunden einen Zugang zu spezialisiertem Know-how, das sie aus eigener Kraft oft nicht in dieser Tiefe vorhalten können.
„Mit diesem Angebot stoßen wir auf offene Ohren“, sagt Hefner. Bei der Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungsunternehmen stehen Maßnahmen im Fokus, die für den jeweiligen Betrieb sinnvoll und wirtschaftlich sind. Das beginnt bei grundlegenden Fragen wie dem passenden Energielieferanten oder Tarif, reicht über die Analyse von Lastspitzen und Verbrauchsmustern bis hin zu Investitionen in Infrastruktur, die Energiekosten dauerhaft senken können.
Hefner macht deutlich, dass dieses Thema für viele Firmenkunden inzwischen fast so wichtig sei wie klassische Fragen der Liquidität. Energie wird zu einem strategischen Faktor: Wer sie dauerhaft zu teuer einkauft oder ineffizient nutzt, gefährdet im Zweifel die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Somit versteht die VR Bank Main-Rhön das Angebot auch als Beitrag dazu, Unternehmen in der Region zukunftsfähig und wirtschaftlich stabil zu halten.
Mehr Beratungsqualität durch spezialisiertes Wissen
„Mit unseren Kundinnen und Kunden stehen wir zu vielen Themen im Dialog“, ergänzt Frank Glinka, Bereichsleiter Firmenkunden. Das Thema Energie aufzugreifen, steigere eindeutig die Beratungsqualität. „Energie, Energiekosten und Nachhaltigkeit spielen immer häufiger in Kundengesprächen eine Rolle“, sagt Glinka. „Als Bank können wir Impulse geben und im positiven Sinne auch mal einen Finger in die Wunde legen.“ Doch im Bereich Energie stößt die Bank naturgemäß als Berater an ihre Grenzen. Genau deshalb sei die Erweiterung des Firmenkundenangebots durch die Kooperation mit einem Dienstleister wie Cleverwatt sinnvoll.
Energieaudits vom GVB
Die Leistungen von Cleverwatt ergänzen sich gut mit weiteren Energiedienstleistungen. Für die VR-Bank Main-Rhön hat das Energieteam des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) in Form eines Energieaudits die Energieverbräuche, die Gebäude und die technischen Anlagen sowie das Nutzerverhalten untersucht und Vorschläge für eine wirtschaftliche Energie- und Kosteneinsparung erarbeitet.
Das Energieteam des GVB bietet Energieberatungen für KMU an, für die auch die BAFA-Förderung beantragt wird. Nicht-KMU, also größere Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von über 43 Millionen Euro, berät der GVB im Rahmen des verpflichtenden Energieaudits nach DIN 16247-1. Auch für die DGNB-Zertifizierung von Gebäuden erstellt der GVB die nötigen Energieeffizienz-Nachweise.
Wenn Unternehmen im Durchschnitt der vergangenen drei Kalenderjahre einen Gesamtenergieverbrauch von mehr als 7,5 Gigawattstunden hatten, sind sie nach Energieeffizienzgesetz verpflichtet, ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzuführen. Das Energieteam des GVB begleitet den Aufbau eines Energiemanagementsystems nach ISO 50 001, kümmert sich als externer Energiemanagement-Beauftragter um die Umsetzung oder führt interne Audits durch, um eine fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu erreichen.
Bei Bedarf erstellt der GVB CO2-Bilanzen für Unternehmen oder einzelne Standorte und Product-Carbon-Footprints für einzelne Produkte. Für die Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen beantragt Daniel Caspari als GVB-Energieeffizienz-Experte die passenden Fördermittel und erstellt Gebäudeenergie-Verbrauchsausweise.
Außerdem unterstützt das Energieteam seine Mitglieder bei der Planung von Energieprojekten und prüft Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie Verträge.
Kontakt: Daniel Caspari, 089 / 2868-3577, dcaspari(at)gv-bayern.de
„Wenn wir an dieser Stelle unser Leistungsangebot ausbauen, tragen wir ein Stück weit zur Wertschöpfungskette und zur Sicherung unseres Standorts bei“, sagt Glinka. Denn: „Lässt ein Unternehmen seine Energieinfrastruktur mit Expertise überprüfen, lassen sich Energiekosten senken.“ Darüber hinaus aber geht es um Energieresilienz und um die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. „Gerade für produzierende Unternehmen könne die Frage, wie sich Energie effizienter beschaffen und nutzen lässt, unmittelbare Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen und Standortfragen haben“, erklärt der Bereichsleiter der VR-Bank Main-Rhön.
Neutrale ganzheitliche Sicht auf Energieinfrastruktur
Ein wesentlicher Vorteil der Unterstützungsleistung liegt laut Glinka darin, dass Cleverwatt „eine neutrale ganzheitliche Sicht“ auf Energiefragen bietet. In der Praxis ist es oft so, dass Unternehmen bereits einzelne Ansprechpartner haben. Diese blicken jedoch oft recht isoliert auf einen Bereich. „Cleverwatt bringt dagegen eine transparente und datengetriebene Perspektive ein“, sagt Glinka. Themen wie Photovoltaik, Stromtarife oder Abwärme werden somit nicht nebeneinander, sondern gemeinsam begutachtet und bewertet.
Die Kooperation stelle zudem einen großen Mehrwert dar, weil der Dienstleister einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Energie ermöglicht. „Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von der Schnelligkeit“, sagt Glinka. „Es ist ja oft so: Man weiß, dass man etwas tun müsste, aber das Thema Energie wird zurückgestellt, weil das operative Geschäft viel Zeit und Ressourcen bindet. Daher ist ein schneller, einfacher Zugang umso wichtiger, der für Kundinnen und Kunden zunächst mit wenig Aufwand verbunden ist.“ Es stellt meist keinen großen Aufwand dar, die Verbrauchs- und Energiedaten bereitzustellen, die ohnehin vorliegen oder sich leicht vom Energieversorger beschaffen lassen. Auf dieser Basis kann das digitale Tool von Cleverwatt schnell erste Auffälligkeiten, Hebel und mögliche Maßnahmen identifizieren.
Glinka spricht in diesem Zusammenhang von der Möglichkeit, früh „Quick Wins“ sichtbar zu machen. Das bedeutet: Die Unternehmen müssen sich nicht auf eine komplexe Gesamtanalyse einlassen, sondern erhalten rasch erste Anhaltspunkte, wo sich ein genauerer Blick lohnen und konkrete Einsparungen möglich sein könnten. „Wir sind dann schnell auch in den Prozess involviert, können moderieren und die Transformation begleiten.“
Das Angebot ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Schritte. „Der datenbasierte Zugang erleichtert es, ins Handeln zu kommen. Sobald sichtbar wird, wo konkret Geld eingespart oder Investitionen sinnvoll gestaltet werden können, steigt die Bereitschaft, sich mit dem Thema intensiver zu befassen“, sagt Bereichsleiter Glinka.
Zudem erleichtert die Analyse auch den Zugang zu Informationen über Förderungen, die über die klassischen Förderprogramme der Finanzwirtschaft hinausgehen. „Während wir die Finanzwirtschaft im Blick haben, kennt Cleverwatt Programme und Zuschüsse aus der Realwirtschaft“, erklärt Vorstand Hefner. „Dies bedeutet eine große Erweiterung des Horizonts in der Förderlandschaft. Wir können dann andocken, wenn es um die Finanzierung konkreter Investitionen geht.“
Dies verändert die Rolle der VR-Bank Main-Rhön im Kundendialog. Die Bank kommt nicht erst dann ins Spiel, wenn eine Investition bereits beschlossen ist und noch ein Darlehen benötigt wird, sondern ist frühzeitig Teil des gesamten Prozesses. „Das hat Einfluss auf die Qualität unserer Beratung, da wir früher und enger in Transformationsvorhaben eingebunden sind“, sagt Glinka. „Auch im Wettbewerb um Finanzierungen können wir so unsere Position verbessern.“
Aktive Begleitung bei Zukunftsfragen
Das Angebot, den Energieverbrauch von Unternehmen zu analysieren, ist somit auch ein Instrument der Risikominimierung im Bestandskundenbereich. „Zudem gehört zur Nachhaltigkeitsstrategie unserer Bank, dass wir Firmenkundinnen und Firmenkunden dabei unterstützen, nachhaltiger zu wirtschaften“, sagt Glinka.
Die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen hängt zunehmend davon ab, ob Unternehmen ihre Kostenstrukturen im Griff haben und Transformationsanforderungen bewältigen können. Energie sei dabei ein wesentlicher Hebel. Wer hier effizienter wird, verbessert nicht nur seine ökologische Bilanz, sondern auch seine wirtschaftliche Stabilität.
Positive Resonanz
Bereits jetzt nach wenigen Monaten der Zusammenarbeit sei die Resonanz auf das Angebot positiv, berichtet Vorstand Hefner: „Mit den Themen Nachhaltigkeit und Energie liegen wir auf der Höhe der Zeit.“ Interessant ist, dass das Interesse nicht nur aus dem unmittelbaren Kundenkreis komme. Auch regionale Netzwerke und Institutionen, etwa Wirtschaftsförderungen oder die Region Mainfranken, haben bereits Interesse signalisiert.
Zudem hat die VR-Bank Main-Rhön das Thema in Veranstaltungen und Netzwerkformaten platziert, beispielsweise bei einem Steuerberater-Frühstück. Das zeigt: Die Kooperation entfaltet Potenzial nicht nur im Einzelkundengespräch, sondern auch als Thema in regionalen Netzwerken. Auch Gespräche mit neuen Unternehmen ergaben sich bereits, berichtet Glinka.
Vertrauen und Neutralität
Die VR-Bank Main-Rhön sieht bei der Begleitung von Transformationsprozessen ihre Rolle darin, das Thema Energieeffizienz in den Unternehmen zu positionieren. Das genossenschaftliche Verhältnis zu den Firmenkunden ist dabei ein großer Vorteil, bestätigen Hefner und Glinka. Der große Mehrwert ist, dass die VR-Bank Main-Rhön über ihr Vertrauensverhältnis und ihre Neutralität das Thema Energie bei Kundinnen und Kunden platzieren können. „Wir verkaufen in diesem Zusammenhang ja nichts. Wir vermitteln nur spezialisiertes Fachwissen – datenbasiert und neutral.“