Kostenlose Nachhilfe: Eine Kooperation eröffnet den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken die Chance, jungen Kunden exklusiv Lernunterstützung anzubieten. Wie das?
Die Nachhilfe-App ubiMaster School ist eine Erfolgsgeschichte: 2019 startete das Ehepaar Jana und Steffen Krotsch mit der Idee, Kindern und Jugendlichen eine einfachen Zugang zu Online-Nachhilfe mit echten Lehrkräften und Experten zu ermöglichen. Sie gründeten das Unternehmen ubiLearning Solutions und entwickelten die ubiMaster-App. Kinder und Jugendliche können in den schulischen Kernfächern Mathematik, Physik, Chemie, Deutsch, Englisch und Französisch Lerninhalte wiederholen und altersgerechte Übungsaufgaben lösen. Wenn sie nicht weiterkommen, erreichen sie per Chat oder Video-Call eine echte Nachhilfe-Lehrkraft, die mit ihnen das Thema oder die Aufgabe so lange bespricht, bis alle Fragen beantwortet sind. Der Erfolg der App zeigt sich auch an der Entwicklung von ubiLearning Solutions. Aus einem Start-up ist innerhalb von wenigen Jahren ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitenden geworden, das inzwischen mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum erreicht.
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) hat für seine Mitgliedsbanken eine Kooperationsvereinbarung mit ubiMaster abgeschlossen. Diese erhalten zu Sonderkonditionen Zugänge für die inzwischen vielfach ausgezeichnete Nachhilfe-App ubiMaster School, die sie dann kostenlos an ihre jungen Kunden weitergeben können. Viele bayerische Volks- und Raiffeisenbanken nutzen diese Möglichkeit (mehr zur Kooperation der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken mit ubiMaster in den „Profil“-Ausgaben 01/2024 und 10/2024).
Bei Fragen hilft der persönliche Finanzbuddy weiter
Mit ubiMaster Finance geht nun ein neues Angebot von ubiLearning Solutions an den Start, das auf den bewährten Prinzipien der App ubiMaster School aufbaut und sich einem zentralen gesellschaftlichen Thema widmet: Finanzbildung. Rund die Hälfte der Deutschen hat Probleme, grundlegende Finanzthemen zu verstehen oder Begriffe wie Zinsen, Inflation und Kredit korrekt zu erklären. Und so funktioniert das Angebot für junge Erwachsene:
- Nutzerinnen und Nutzer beantworten in der App Quizfragen zu lebensnahen Finanzthemen, die „Challenges“. So verbessern sie spielerisch ihr Finanzwissen rund um die Themen Finanzieren, mobiles Leben, Sparen, Versicherung, Wohnen und Immobilien.
- In der App werden regelmäßig neue Challenges zur Verfügung gestellt, um den jungen Erwachsenen weiteres Finanzwissen zu vermitteln und sie zu motivieren.
- Wenn sie nicht weiterwissen oder einfach eine Finanzfrage haben, erreichen die Nutzerinnen und Nutzer per Chat oder Video-Call ihren persönlichen Finanzbuddy, der sie an sieben Tagen in der Woche in jeglichen Finanzfragen auf den neuesten Stand bringt.
- Die Finanzbuddys sind Montag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr erreichbar.
- Bei bestandener Wissensreise werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu FinanzGenies ernannt und erhalten ein Zertifikat. Mit diesem können sie zu ihrer Genossenschaftsbank gehen. Dort erhalten sie ein Geschenk als Anerkennung für ihre Leistung und für die Bank bietet sich die Gelegenheit, mit der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer in Kontakt zu treten.
- Das Finanzbildungsangebot bei ubiMaster Finance ist strikt neutral. Die Finanzbuddys beraten nicht und sprechen auch keine Produktempfehlungen aus. Es geht rein um die Wissensvermittlung.
Nutzer finden App sehr ansprechend
Bisherige Nutzerinnen und Nutzer bewerten ubiMaster Finance sehr positiv, wie Geschäftsführerin Jana Krotsch erläutert. In einer Nutzerbefragung im Sommer 2025 gaben über 40 Prozent vor Nutzung der App an, sich bei Finanzthemen „ganz okay“ zu fühlen, aber ein paar Lücken zu haben. Nachdem sie die Anwendung getestet hatten, fanden 72 Prozent der befragten Personen die App sehr ansprechend. 86 Prozent würden gerne in regelmäßigen Abständen neue Challenges zu Finanzthemen erhalten. 65 Prozent der Nutzer gaben an, dass es jetzt mehr Spaß mache, sich mit Finanzthemen zu beschäftigen. Außerdem fühlten sie sich bei Finanzfragen nun sicherer.
Raiffeisenbank im Donautal startet Pilotprojekt
Michael Kunofsky, Teamleiter Vertriebsmanagement Digital Hub bei der Raiffeisenbank im Donautal. Foto: Raiffeisenbank im Donautal
Volks- und Raiffeisenbanken können wie bei der ubiMaster-App auch für ubiMaster Finance eine bestimmte Anzahl an Zugängen erwerben, die sie dann an die Zielgruppe – junge Erwachsene – weitergeben können. Die Raiffeisenbank im Donautal hat die neue App ausführlich getestet und kann die Ergebnisse der Nutzerbefragung aus eigener Erfahrung bestätigen. Deshalb hat sie sich dazu entschlossen, ein einjähriges Pilotprojekt mit ubiMaster Finance zu starten. „Wir wollen die Erfolgsgeschichte von ubiMaster fortschreiben und gehen nun den nächsten logischen Schritt. Ab dem Sommer stellen wir ubiMaster Finance allen Menschen zur Verfügung, die in unserem Geschäftsgebiet leben. Damit bringen wir die finanzielle Bildung voran und stiften Nutzen für die gesamte Region“, sagt Michael Kunofsky, Teamleiter Vertriebsmanagement Digital Hub bei der Raiffeisenbank im Donautal.
Ideale Ergänzung zu ubiMaster
Kunofsky findet ubiMaster Finance eine ideale Ergänzung zum bisherigen Bildungsangebot der Raiffeisenbank im Donautal. „Kinder und Jugendliche erreichen wir über die Nachhilfe-App ubiMaster, aber was ist mit jungen Erwachsenen? Viele kennen sich mit Finanzen nicht aus, weil das in der Schule kein Thema war. Deshalb fühlen sie sich unsicher und verhalten sich bei Finanzfragen passiv. Mit ubiMaster Finance können wir dieser Zielgruppe ein passendes, niedrigschwelliges Angebot machen und uns als Experten und Ansprechpartner für Finanzthemen in der Region positionieren“, sagt der Teamleiter Vertriebsmanagement.
Strikt produktneutrales Bildungsangebot
Für Kunofsky ist es ein großes Plus, dass ubiMaster Finance produktneutral ist und keine Abschlussstrecke integriert ist. Andere Finanzbildungsangebote seien teils sehr produktbezogen und kämen für die Bank deshalb nicht in Frage. „Das riechen die Kunden sofort. Dann entsteht Misstrauen und sie springen gleich wieder ab.“ Trotzdem habe auch die Raiffeisenbank im Donautal etwas von der App. „Wir können darüber unsere Marke bekannt machen und erhalten zusätzliche Kontaktpunkte zu den Nutzerinnen und Nutzern.“ ubiMaster Finance bietet den Volks- und Raiffeisenbanken die Möglichkeit, den Nutzerinnen und Nutzern einen Anreiz zu geben, das Zertifikat zum FinanzGenie abzuschließen. „Das kann ein kleines Geschenk sein oder besser noch ein Gutschein zur Eröffnung eines Wertpapierdepots zur Altersvorsorge. Dann haben die Nutzer auch einen Grund, sich an uns zu wenden“, sagt Kunofsky. Datenschutztechnisch sei das sauber geregelt, weil die Nutzer der Weitergabe ihrer Daten an die Bank zustimmen müssen. „Wenn sie die Belohnung haben wollen, dürfen wir sie auch ansprechen. Das finde ich nur fair“, sagt Kunofsky.
Die Zugangscodes zur App kann die Bank verteilen, wie sie will. Wenn es ihr darum geht, bestehende Kundenbeziehungen zu halten und auszubauen, wird vielleicht ein Mailing das Beste sein, um die Kunden zu erreichen. Wenn sie Neukunden gewinnen will, bieten sich zum Beispiel die Sozialen Medien oder bezahlte Werbung an, zum Beispiel in Abizeitungen oder anderen Publikationen, die sich an die Zielgruppe richten. „Die App zu bewerben, ist klassisches Marketing. Da muss man einfach dranbleiben und die ganze Klaviatur spielen“, sagt Kunofsky.
Finanzthemen aus dem Alltag
Der Leiter Vertriebsmanagement schätzt an ubiMaster Finance, dass die behandelten Finanzthemen lebensnahe Situationen aus dem Alltag darstellen. „Beispiel: Welche Versicherung zahlt, wenn ich bei den Eltern meines besten Freundes mein Glas Rotwein verschütte und ein dicker roter Fleck den teuren Wohnzimmerteppich ziert? Die App ist nah an den Bedürfnissen der Nutzer und holt sie dort ab, wo sie stehen. Inhalte und Didaktik der App sind einfach stimmig und bringen uns alle weiter. Ein wirklich passendes Produkt für junge Erwachsene“, lobt Kunofsky.
Wenige Wochen vom Vertragsabschluss bis zur Einführung
Und auch die Einführung von ubiMaster Finance in der Bank sei sehr einfach. „Vom Vertragsabschluss bis zur Umsetzung dauert es vier bis sechs Wochen. Der Aufwand für die Bank ist minimal, die Vertragsprüfung ist schon der größte Brocken“, sagt Kunofsky. Jeweils zum Quartal erhalten die Institute von ubiLearning Solutions ein Reporting zur Nutzung der App. Auch die Administration der Belohnungen und der Weiterleitung der Kontaktdaten an die Bank übernimmt das Unternehmen. Zudem bietet ubiLearning Solutions zur Einführung ein Kommunikationspaket mit Flyern, Videos und Vorlagen für Anschreiben und Marketing an. „Ganz ohne Ressourcen im Marketing geht es dann aber doch nicht, wenn man ubiMaster Finance sauber bewerben will“, sagt Kunofsky.
Der Leiter Vertriebsmanagement der Raiffeisenbank im Donautal hofft nun, dass sich die positiven Erfahrungen aus der ersten Testphase im Pilotprojekt bestätigen. „Mit ubiMaster Finance schließen wir eine große Lücke in der Finanzbildung. Nun geht es darum, das Angebot partnerschaftlich nach außen zu tragen, damit ubiMaster Finance an den Erfolg der Nachhilfe-App ubiMaster anknüpfen kann.“