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Der Tag beginnt um 8 Uhr – so früh, wie sonst der Unterricht startet. Doch an diesem Morgen sitzen die Schülerinnen und Schüler nicht im Klassenzimmer, sondern im Vortragsraum der Freisinger Bank. Seit mehreren Jahren lädt die Genossenschaftsbank einmal jährlich zu einem Finanzbildungstag ein, um Jugendlichen grundlegendes Wissen rund ums Geld zu vermitteln. „Wir organisieren diesen Tag seit ein einigen Jahren in Kooperation mit einer benachbarten Schule, einem Gymnasium“, sagt Alena Gula, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Freisinger Bank. Auch Realschulklassen haben das Angebot bereits genutzt und für einen Projekttag die Bank besucht.


Was kostet das Leben? Mit dieser Frage werden die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler an das Thema Finanzen herangeführt. „Wenn die Jugendlichen einschätzen sollen, wie teuer eine Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung in München ist, gewinnen wir schnell ihre Aufmerksamkeit“, berichtet Gula. Der Finanzbildungstag selbst ist zweigeteilt: Im ersten Teil stehen Budgetplanung, Geldanlage und Schuldenprävention im Fokus, im zweiten Teil informiert die Bank über Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten im Bankensektor.

Zuletzt nahmen im Oktober rund 120 Schülerinnen und Schüler an einem solchen Finanzbildungstag in der Hauptstelle der Freisinger Bank teil. „Direkt in unseren Räumen über Geld zu sprechen ist für die Jugendlichen eine willkommene Abwechslung im Schullalltag“, sagt Gula. „Sie verlassen ihre gewohnte Lernumgebung und bekommen gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen einer Bank.“ 

Die Zusammenarbeit mit dem Camerloher Gymnasium habe sich inzwischen etabliert. „Gerne können sich auch andere Schulen aller Schularten bei uns melden“, betont Gula. Für die Freisinger Bank sind die Finanzbildungstage mehr als reine Wissensvermittlung: „Wir kommen mit jungen Menschen über Finanzthemen ins Gespräch. Meist wissen sie darüber noch nicht viel. Sogar das Thema Altersvorsorge kommt zur Sprache. Gleichzeitig zeigen wir ihnen, welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten es im Bankwesen gibt.“

Für den Umgang mit Geld sensibilisieren

Auch die VR Bank Augsburg-Ostallgäu engagiert sich seit vielen Jahren in der Finanzbildung junger Menschen. „Als regional verwurzelte Genossenschaftsbank sehen wir es als unsere Aufgabe, Jugendliche frühzeitig für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu sensibilisieren“, sagt Regionalleiterin Martina Gabriel von der VR Bank Augsburg-Ostallgäu. 

Ein zentrales Element dieses Engagements ist die Mitwirkung am Augsburger Präventionsprojekt „Schuldenfalle – nein danke“. Das Gemeinschaftsprojekt wurde im Schuljahr 2009/2010 gemeinsam mit der Stadt Augsburg, dem Staatlichen Schulamt der Stadt, der VR Bank Augsburg-Ostallgäu und der Stadtsparkasse Augsburg gestartet. „Der damalige Oberbürgermeister hat dieses Projekt initiiert, nachdem externe Untersuchungen eine geringe Finanzkompetenz bei Schülerinnen und Schülern der Augsburger Mittelschulen aufgezeigt hatten“, berichtet Gabriel. Gemeinsam mit Lehrkräften der Mittelschulen und weiteren Partnern entwickelte die VR Bank Augsburg-Ostallgäu ein Konzept zur Stärkung der finanziellen Kompetenz von Jugendlichen. 

Das Projekt wurde seither kontinuierlich weiterentwickelt und richtet sich aktuell vor allem an Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Jahrgangsstufe. „Grundlage sind die praktischen Erfahrungen der vergangenen Jahre sowie die Anforderungen des LehrplanPlus“, sagt Gabriel, die das Projekt seit Beginn begleitet. 

Auch in Augsburg verlassen die Schülerinnen und Schüler für den Projekttag ihre gewohnte Lernumgebung. „An einem außerschulischen Ort werden die Jugendlichen bewusst emotional an das Thema Überschuldung herangeführt“, erklärt die Regionalleiterin. Ergänzend können Lehrkräfte vertiefende Module buchen. Einen dieser Bausteine übernimmt die VR Bank Augsburg-Ostallgäu. „Schulklassen besuchen unsere Filialen und setzen sich gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden und mir mit Themen wie verantwortungsvollem Umgang mit Geld, Konsumentscheidungen oder Verschuldungsrisiken auseinander.“ Das Angebot wird regelmäßig von den 14 Augsburger Mittelschulen in Anspruch genommen. Auch Anfragen anderer Schularten erreichen das Kreditinstitut in zunehmendem Maße. 

Ob in Freising oder in Augsburg: Schuldenprävention ist eines der Themen bei der Finanzbildung. „Finanzielle Grundkompetenzen möglichst früh zu vermitteln, ist aus unserer Sicht entscheidend“, betont Gabriel von der VR Bank Augsburg-Ostallgäu. „Wir verstehen diese Form der Bildungsarbeit daher als Investition in die Zukunft unserer Region.“ Junge Menschen lernten auf diese Weise früh Ansprechpartner in Finanzfragen kennen – und zugleich mögliche Ausbildungs- und Karrierewege im Bankensektor.

Finanzbildung auf Social Media

Neben Projekttagen und Schulkooperationen setzen Genossenschaftsbanken zunehmend auf digitale Kanäle. „Finanzbildung funktioniert bei uns auch über Instagram“, sagt Gula von der Freisinger Bank. Auch die VR Bank Augsburg-Ostallgäu nutzt Social Media, um junge Menschen direkt in ihrer Lebenswelt anzusprechen: „Auf TikTok und Instagram greifen wir alltagsnahe Finanzthemen auf und vermitteln Grundlagen rund um Geld, Sparen, Konsum, Versicherungen oder erste Finanzentscheidungen in kurzen, verständlichen Formaten“, berichtet Dirk Grensemann, Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft.

Die Resonanz sei hoch. Es falle dabei auf, dass bei jungen Menschen durchaus Interesse an Finanzthemen bestehe – die Reels müssten nur verständlich und zielgruppengerecht aufbereitet sein. Zugleich dienen die Kanäle als direkter Kontaktpunkt: Interessierte können unkompliziert Beratungstermine vereinbaren – digital, telefonisch oder persönlich. „Finanzbildung findet heute sowohl im Klassenzimmer als auch in digitalen Räumen statt“, resümiert Grensemann. „Beides miteinander zu verbinden, ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Selbstständigkeit der nächsten Generation.“

Finanzwissen – kompakt und verständlich

Auch die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte setzt bei der Finanzbildung auf soziale Medien, um finanzielle Themen verständlich aufzubereiten und zugänglich zu machen. „Unser Ziel ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre finanziellen Möglichkeiten besser zu verstehen und langfristig selbstbestimmt zu handeln“, sagt Pressesprecher Marc Rieger. Die Erfahrung habe gezeigt: Der Umgang mit Geld, Vorsorge oder Vermögensaufbau sind Themen, mit den jungen Menschen in der Schule oder in ihrer Ausbildung kaum in Berührung kommen. Wer sich allerdings früh mit seinen Finanzen beschäftige, sei klar im Vorteil: Schon kleine Entscheidungen können langfristig große Auswirkungen haben – beispielsweise, wenn es um Sparformen, Fördermöglichkeiten oder die private Altersvorsorge geht. „Finanzielle Bildung ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben“ – so sieht es die Ingolstädter Genossenschaftsbank.

Daher greift die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte Finanzthemen, die im Alltag vieler Menschen eine Rolle spielen, aber oft erklärungsbedürftig sind, einmal pro Woche in der Rubrik „Money Monday“ auf Instagram auf. „Jeden Montag erklären wir dort kompakt und verständlich wichtige Finanz-Basics“, erklärt Rieger. 

Fragen wie „Was sind vermögenswirksame Leistungen und wie kann man sie nutzen?“, „Was ist ein Freistellungsauftrag?“ oder „Und wie war das noch mal mit der Rente?“ finden sich bei „Money Monday“. Mit dem Format spricht die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte die Generation Z an und vermittelt Finanzthemen auf Augenhöhe. 

Dabei setzt die Genossenschaftsbank auf vertraute Gesichter: Junge Bankmitarbeiterinnen gehen als Moderatorinnen auf Instagram für Gleichaltrige auf Sparformen, Fördermöglichkeiten oder die private Altersvorsorge ein. „Durch diese persönliche und authentische Ansprache entsteht Nähe und Vertrauen – und komplexe Inhalte lassen sich verständlicher und greifbarer vermitteln, so wie die Zielgruppe es benötigt“, sagt Rieger.

Finanzielle Bildung ist für Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte somit kein Nischenthema: „Sie ist eine zentrale Kompetenz für die Zukunft”, sagt Rieger. „Und genau deshalb möchten wir dazu beitragen, Wissen zu teilen, Orientierung zu geben und junge Menschen auf ihrem finanziellen Weg zu begleiten.” 

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