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Ein Führerschein steht für Sicherheit und Kompetenz im Straßenverkehr. Dieses Bild überträgt die Raiffeisenbank Straubing auf den Umgang mit Geld. Zum Start des Schuljahres 2025/2026 hat die Genossenschaftsbank den Finanzführerschein eingeführt. Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, ihre Finanzen sicher und eigenständig zu steuern. Das Angebot ist als kostenlose Online‑Anwendung konzipiert, die Finanzwissen vermittelt und abfragt.

„Finanzielle Bildung spielt bei uns schon seit geraumer Zeit eine große Rolle“, sagt Henrik Boros von der Raiffeisenbank Straubing und Projektleiter des Finanzführerscheins. „Bei der Jahresplanung für das Jahr 2025 war es unser Anliegen, die Finanzbildung weiter auszubauen. Dabei dachten wir an eine digitale Möglichkeit, um junge Menschen unkompliziert über Finanzthemen zu informieren.“ 

Beraterinnen und Berater der Raiffeisenbank Straubing sind regelmäßig für Vorträge in Schulen der Region im Einsatz. Ebenso besuchen Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen sowie Berufsschulen die Genossenschaftsbank. „Mit dem Finanzführerschein wollen wir darüber hinaus jungen Menschen ein digitales Angebot zur finanziellen Bildung zur Verfügung stellen“, sagt Boros.

Ausgerichtet ist der Finanzführerschein auf Jugendliche in einer Lebensphase, in der finanzielle Eigenverantwortung erstmals konkret wird. Die derzeitige Zielgruppe ist zwischen 15 und 18 Jahren alt. Einige verfügen zum ersten Mal über eigenes Geld, andere setzen sich bereits mit Fragen auseinander, welche Kosten das Leben außerhalb des Elternhauses mit sich bringt. „Ab diesem Alter entwickeln junge Menschen ein gesteigertes Interesse für Finanzthemen. Als regionale, digitale Bank sehen wir es als unsere Aufgabe, sie dabei zu begleiten“, sagt Boros.  

Ziel ist es, praxisnahes Wissen zu vermitteln, Zusammenhänge zu erklären und Jugendliche in die Lage zu versetzen, selbstbewusst Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. 

Alltagsnahe Themen, flexibel gestaltbar

In der Region der Raiffeisenbank Straubing nutzen derzeit drei weitere Banken den Finanzführerschein. „Zusätzlich haben fünf weitere Banken ihr Interesse bekundet“, berichtet der Projektleiter. Die Anwendung lässt sich an die jeweilige Genossenschaftsbank anpassen. Dabei wird nicht nur das Logo der jeweiligen Genossenschaftsbank auf der Startseite platziert. „Durch den Erwerb der Nutzungsrechte kann eine Bank den Finanzführerschein auf eigene Verantwortung auch inhaltlich individuell gestalten“, erklärt Boros. 

So ist es möglich, die entwickelten Inhalte zu übernehmen oder Themen anders zu gewichten – auf die jeweilige Genossenschaftsbank zugeschnitten. „Stammt eine Bank etwa aus einer Region, in der Immobilien eine große Rolle spielen, kann dieser Bereich stärker berücksichtigt werden“, erklärt Boros.

Die Anwendung gliedert sich in zwei Teile: Zunächst stehen Lernmaterialien zu unterschiedlichen Finanzthemen zur Verfügung. Anschließend können die Nutzerinnen und Nutzer ihr Wissen in einer Prüfung testen und den Finanzführerschein ablegen. Wer besteht, erhält ein Zertifikat.

Auch der Einführungstext sowie die Gratulation auf dem Zertifikat können individuell gestaltet werden – etwa durch persönliche Worte des jeweiligen Vorstands.

Alltagsnahe Finanzthemen für Jugendliche

Der Finanzführerschein deckt ein breites Spektrum an Themen ab, die Jugendliche im Alltag unmittelbar betreffen. „Es geht um alltagsnahe Inhalte wie Budgetplanung, Konsumverhalten oder ums Sparen und Anlegen. Aktien, ETFs oder Fonds werden erklärt. Außerdem finden sich Antworten auf Fragen wie: Was kann eine Schuldenfalle sein? Wie erkennt man Fake-Shops? Ebenso werden Konsumdruck und Versicherungen als Themen behandelt“, zählt der Projektleiter auf. „Jede Bank, die den Finanzführerschein nutzen möchte, kann die Inhalte individuell gewichten und gestalten.“ 

Die Lernmaterialien der Version der Raiffeisenbank Straubing sind zudem auf verschiedene Altersstufen zugeschnitten. Bei der Entwicklung der Lernstoffe griff die Raiffeisenbank Straubing auf Erfahrungen aus Schulbesuchen sowie den Austausch mit Lehrkräften zurück. „Die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Stiftungen und pädagogischen Partnern war uns bei der Entwicklung besonders wichtig. So haben wir sichergestellt, dass die Inhalte didaktisch aufgebaut sind und die Jugendlichen auf Augenhöhe erreichen“, betont Boros.

Der Finanzführerschein eignet sich auch für den Einsatz im Schulunterricht. „Die Nutzung ist somit nicht auf unsere Kundinnen und Kunden sowie deren Kinder beschränkt“, sagt Boros. „Finanzbildung war für uns der primäre Zweck. Das Angebot soll nicht als Produktwerbung wahrgenommen werden. Auch der Datenschutz spielte eine zentrale Rolle – es werden keine personenbezogenen Daten gespeichert.“ 

Mehr als Wissensvermittlung

Der Finanzführerschein soll mehr leisten als reine Wissensvermittlung. Hinter der Entwicklung stand auch der Anspruch, Vertrauen in die lokale Genossenschaftsbank zu stärken: „Viele Jugendliche fallen bei Finanzthemen auf Desinformationen im Netz herein. Das kann dazu führen, dass auch das Vertrauen in die regionale Bank leidet. So haben wir uns mit dem Finanzführerschein den Anspruch gesetzt, etwas zur Vertrauensbildung beizutragen“, fasst Boros zusammen. 

Ziel ist es, Finanzwissen zu vermitteln und zugleich das Vertrauen in die regionale Genossenschaftsbank zu festigen.   

Finanzführerschein

Banken des genossenschaftlichen Verbunds können die Anwendung deutschlandweit erwerben. Der Finanzführerschein kann daraufhin individualisiert im eigenen Geschäftsgebiet verwendet werden. Für tiefere Einblicke können sich Interessierte per E-Mail an marketing@bank.de an das Projektteam wenden.

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