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Die Bilanzzahlen 2025 der bayerischen VR-Banken in den Medien

Am 24. März hat der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) über die Bilanz- und Ergebniszahlen der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2025 informiert. Neben dem Zahlenwerk ging es ebenso um den digitalen Euro, den europäischen Bezahldienst Wero und den Münchner Agrarkonzern BayWa. Es berichteten die „Deutsche Presse-Agentur“, der „Bayerische Rundfunk/BR 24“, die „Börsen-Zeitung“, der „Münchner Merkur“, die „Mediengruppe Bayern“ sowie zahlreiche Online-Medienportale. Zum genauen Inhalt der Bilanz-Konferenz siehe auch der „Profil“-Artikel „Bankenbilanz: Rekord bei operativem Ergebnis“ in dieser Ausgabe.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ berichtete, dass die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken in das Geschäft mit Kryptowährungen vorsichtig miteinstiegen. Ungeachtet wirtschaftlicher Krisen hätten sich die bayerischen Genossenschaftsbanken wirtschaftlich stabil entwickelt, heißt es in der Meldung weiter. Auch eine Verschärfung der Krise beim Agrarhandelskonzern BayWa, an dem die VR-Banken beteiligt sind, sei verkraftbar, erklärte GVB‑Präsident Stefan Müller: „Auch wenn die Lage bei der BayWa noch herausfordernder würde, würde dadurch alleine jedenfalls eine bayerische Volksbank oder Raiffeisenbank nicht in eine Schieflage geraten“, wird der GVB-Präsident zitiert.

Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken seien „Leuchttürme in wirtschaftlich düsteren Zeiten“, berichtete „BR24“. Sie hätten im vergangenen Jahr ihren Gewinn gesteigert und würden trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zuversichtlich nach vorn blicken. Trotz internationaler Risiken wie dem Iran-Krieg und stark gestiegener Ölpreise sehe GVB‑Präsident Stefan Müller derzeit keinen Anlass, die Prognosen zu korrigieren. 

Die Krise des genossenschaftlichen Agrarhandelskonzerns BayWa werde die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken stärker belasten als bislang angenommen, berichtet auch die „Börsen-Zeitung“. „Das Thema BayWa ist für uns nicht abgeschlossen“, wurde der GVB-Präsident zitiert; im schlimmsten Fall drohe sogar eine nahezu vollständige Abschreibung. Doch die Krise sei für die 175 Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat nicht existenzgefährdend, da „die Stabilität der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken nicht von der Entwicklung bei der BayWa abhängt“ und die Institute solide kapitalisiert seien.

Auf weitere Abschreibungen auf ihre Kredite an dem Agrarkonzern BayWa ging auch das „Handelsblatt“ ein. Man habe den Banken nahegelegt, „gegenüber den Abschreibungen, die bereits auf die Schuldscheine erfolgt sind, einen weiteren angemessenen Sicherheitspuffer einzuplanen“, wird GVB-Präsident Müller im „Handelsblatt“ zitiert. Der Artikel verweist auch darauf, dass die Banken über ihre Beteiligungsgesellschaft BRB mit rund einem Drittel der Aktien größter Anteilseigner von BayWa seien und daher betroffen blieben. 

Die Krise des Münchner Agrarkonzerns BayWa belaste die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken stärker als bislang erwartet, berichtete der „Münchner Merkur“. Die Banken seien gestärkt ins neue Jahr gestartet, heißt es weiter in dem Artikel, nachdem sie ihr operatives Ergebnis 2025 um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert hätten. Trotz geopolitischer Risiken und schwächerer Konjunkturaussichten rechne der Verband auch 2026 mit guten Geschäften und „weiterhin steigenden Erträgen“, wird Müller weiter zitiert.

Die „Mediengruppe Bayern“, zu der unter anderem die „Passauer Neue Presse“, „Donaukurier“ und „Mittelbayerische Zeitung“ gehören, titelt anlässlich der Pressekonferenz: „Neuer Rekord beim operativen Ergebnis“. Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken hätten sich im Geschäftsjahr 2025 trotz eines schwierigen Umfelds erfolgreich behauptet und ihr operatives Ergebnis um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert, was ein neues Allzeithoch darstelle. „Solide aufgestellte mittelständische Unternehmen erhalten weiterhin Kredite“, wird GVB‑Vorstandsmitglied Alexander Leißl zitiert, der zugleich mehr Neubauaktivität forderte. 

GVB mahnt Nachbesserungen bei Altersvorsorge-Reform an

Deutliche Nachschärfungen beim geplanten Altersvorsorgedepot fordert der GVB von der Bundesregierung angesichts im Deutschen Bundestag anstehenden ersten Lesung zur Reform der privaten Altersvorsorge. Aufgrund der zunehmenden Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung und der sich weiter verschärfenden demografischen Entwicklung reichen die derzeit kursierenden Überlegungen dazu aus Sicht des Verbands nicht aus, um die private Altersvorsorge spürbar zu stärken. 

„Wir diskutieren seit Jahren über die Zukunft der Rente – jetzt braucht es endlich entschlossene Taten. Mit halben Schritten gewinnt man dieses Rennen gegen die Demografie nicht“, sagte GVB-Präsident Stefan Müller. „Das Altersvorsorgedepot kann ein wirksames Instrument sein. Aber nur, wenn es richtig ausgestaltet ist – und nicht schon am Start ausgebremst wird.“

Kritisch sieht der GVB insbesondere die vorgesehene Förderobergrenze von 1.800 Euro. Auch die geplante Besteuerung in der Auszahlungsphase wirke dämpfend auf die Sparbereitschaft.

Der GVB fordert klare Weichenstellungen: eine Anhebung des förderfähigen Eigenbeitrags auf 3.000 Euro, eine automatische jährliche Anpassung an die Inflation, Steuerfreiheit auch in der Auszahlungsphase sowie eine Öffnung des Modells für weitere Gruppen wie etwa Selbstständige. Gesetzliche Beitragsgarantien lehnt der Verband ab, da sie die Renditechancen unnötig begrenzen. Mit ihrem dichten Filialnetz und ihrer persönlichen Beratungskompetenz können die Volks- und Raiffeisenbanken einen wichtigen Beitrag leisten, um breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und den Einstieg in die private Altersvorsorge zu erleichtern. Die Pressemitteilung finden Sie hier

Wichtiges Zeichen für die europäische Landwirtschaft

Die Einigung im Trilog zu den Artikeln 148 und 168 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) setzt ein wichtiges Signal für die europäische Landwirtschaft: mehr Vertragsfreiheit und weniger staatliche Detailsteuerung. Konkret bedeutet diese Einigung: keine verpflichtenden staatlichen Markteingriffe, nationale Spielräume bleiben erhalten und Genossenschaften werden ausdrücklich von der Vertragspflicht ausgenommen.
 
Stabile und funktionierende Märkte sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass landwirtschaftliche Betriebe langfristig planen und wirtschaftlich arbeiten können. Gerade in diesem Umfeld spielen Genossenschaften eine wichtige Rolle, denn sie bündeln Kräfte, schaffen Marktposition und ermöglichen vielen Erzeugern überhaupt erst den Zugang zu Märkten. Viele Akteure haben sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt – auch der Genossenschaftsverband Bayern. 

GVB setzt sich für Sicherstellung eines diskriminierungsfreien Zugangs für Wärmeprojekte ein

Die Einführung des Deutschlandfonds Ende 2025 markiert einen Meilenstein für die Mobilisierung und Hebelung privaten Kapitals in der deutschen Energieinfrastruktur. Insbesondere der geplante Garantierahmen zur Risikoentlastung bei Strom- und Wärmenetzprojekten – der KfW-Förderkredit – adressiert eine kritische Schwachstelle der Wärmewende.

Der Genossenschaftsverband Bayern begrüßt die Zielsetzung, privates Kapital zu hebeln und zu mobilisieren, indem die Investitionssicherheit und der Zugang zu Fremdkapital durch staatlich flankierte KfW-Kredite mit Haltungsfreistellungen erhöht werden sollen. In einem Schreiben an André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, sprach sich Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, dafür aus, dass die Ausgestaltung des Garantierahmens durch die KfW diskriminierungsfrei erfolgen sollte, um kleinere und gemeinschaftliche Projekte nicht auszuschließen. 

„Es wäre ein fatales Signal, wenn der KfW-Förderanteil als Teil des Deutschlandfonds im Ergebnis nur großen Akteuren vorbehalten bliebe, während die „Kümmerer vor Ort“ trotz solider Projektplanung an bürokratischen Anforderungen scheitern würden“, so GVB-Präsident Müller gegenüber des Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. „Nur wenn der Garantierahmen auch zu den spezifischen Strukturen der gemeinschaftlichen Wärmeakteure passend ist, kann der Deutschlandfonds seine volle Hebelwirkung für die klimaneutrale Wärmeversorgung in der Fläche und privates Kapital entfalten.“

Genossenschaftsbanken haben mehr als 600 Millionen Euro an LfA-Förderkrediten zugesagt

Die Partnerschaft mit den Genossenschaftsbanken bleibt ein Erfolgsmodell. Sie haben im Jahr 2025 Förderkredite der LfA Förderbank Bayern in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro zugesagt. Mit fast 2.200 Zusagen für Mittelstand und Selbstständige in Bayern wurde dabei im vergangenen Jahr fast die Hälfte der insgesamt bewilligten LfA-Programmkredite von Genossenschaftsbanken vergeben. Dazu hat der Genossenschaftsverband Bayern mit der LfA Förderbank eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht.

„Ob Innovation, Digitalisierung, Wachstum oder Energieeffizienz – die Fördermittel der LfA bieten bayerischen Unternehmen echte Mehrwerte. Auch bei Unternehmensnachfolgen und Betriebsmittelbedarf fördern wir gezielt. Wir haben unser Förderangebot umfangreich ausgebaut. Dadurch können wir die Unternehmen seit dem Vorjahr noch besser unterstützen. Die starke Jahresbilanz 2025 mit den Genossenschaftsbanken zeigt, dass das der richtige Weg ist“, erklärte Bernhard Schwab, Vorstandsvorsitzender der LfA. 

„Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken kennen die Finanzierungsbedürfnisse ihrer mittelständischen Kunden und beraten sie kompetent zu den Förderkrediten der LfA. Dadurch stellen wir sicher, dass die Fördermittel gezielt eingesetzt werden. Die bewährte Zusammenarbeit mit der LfA trägt maßgeblich zu Innovation und Beschäftigung im Freistaat bei“, ergänzte Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern.

Was Genossenschaften bewegt: GVB-Präsident im Austausch mit den Freien Wählern

Bei einem parlamentarischen Frühstück im Maximilianeum hat sich GVB-Präsident Stefan Müller mit der Fraktion der Freien Wähler darüber ausgetauscht, was die bayerischen Genossenschaften bewegt. 

Angesprochene Themen waren das Immobiliengeschäft, Wero und die Altersvorsorge: Das Immobiliengeschäft komme wieder in Schwung – es brauche aber weitere politische Impulse wie Sonderabschreibungen, die Senkung der Grunderwerbssteuer und den Abbau bürokratischer Hürden, machte der GVB-Präsident deutlich. 

Mit dem europäischen Zahlungssystem Wero lasse sich die Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Konzernen reduzieren. Der Digitale Euro solle privatwirtschaftliche Systeme wie Wero ergänzen, er dürfe nicht zur Konkurrenz werden. Ansonsten leiste er der europäischen Souveränität einen Bärendienst. 

In der Rentenpolitik gehe die Bundesregierung den richtigen Weg mit der Stärkung der privaten Altersvorsorge, so Müller. Beim Altersvorsorgedepot komme es aber auf die konkrete Ausgestaltung an: Es brauche höhere Fördergrenzen, Steuerfreiheit bei Auszahlung, eine automatische Inflationsanpassung und eine faire Einbindung von Selbstständigen. Dann hätte die Reform die Wirkung, die sie verdiene. 

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