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Frau Pohl, Herr Brechtelsbauer, die DZ Bank finanziert gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken Erneuerbare Energien-Anlagen. Welche Leistungen bietet das Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken genau an?

Alexandra Pohl: Die genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken ist im Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien seit Jahren sehr gut aufgestellt. Die VR-Banken und die DZ Bank bieten seit über 25 Jahren komplette Finanzierungslösungen für Erneuerbare Energien-Projekte an. Der Fokus liegt hierbei eindeutig auf Projekten in Deutschland. Es werden aber auch in Europa und in ausgewählten weiteren Ländern Projekte begleitet. Das Angebot der DZ Bank Gruppe im Bereich der Erneuerbaren Energien erstreckt sich von der Finanzierung energiesparender Lösungen bei Bau und Renovierung über die Unterstützung mittelständischer Betriebe bei der Nutzung von Windkraft, Biomasse oder Photovoltaik (PV) bis hin zur Strukturierung von Finanzierungsvorhaben wie Wind- und Solarparks in unterschiedlicher Größe und den dazu passenden Versicherungslösungen.
 

Warum ist die Finanzierung von Erneuerbare Energien-Anlagen ein interessantes Geschäftsfeld für die VR-Banken?

Michael Brechtelsbauer: Die Bundesregierung plant bis 2030 einen deutlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien. 80 Prozent des Strombedarfs sollen durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Daraus ergeben sich je nach Ausbautempo sehr hohe Investitionsvolumina, die entsprechend finanziert werden müssen. Unsere aktuelle Hochrechnung zeigt allein für Wind- und Photovoltaik-Projekte an Land (Onshore) ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 30 Milliarden Euro pro Jahr. Unabhängig davon, wie schnell der Ausbau erfolgt, ist das Potenzial sehr hoch. Hier müssen wir uns als FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken entsprechend positionieren. Als langjährige Finanzierungspartner von Erneuerbaren Energien haben wir zusammen mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken und der R+V Versicherung eine sehr gute Ausgangsposition.
 

Wie viel Geld hat die DZ Bank bisher in Erneuerbare Energien investiert?

Pohl: Das Erneuerbare Energien-Portfolio der DZ Bank betrug Ende 2022 insgesamt 6,5 Milliarden Euro – davon sind 5,2 Milliarden Euro in Deutschland finanziert. Im Jahr 2022 konnte das Erneuerbare Energien-Team Deutschland der DZ Bank 660 Millionen Euro Neukreditvolumen generieren. Davon ist ein großer Teil gemeinsam mit den Volksbanken Raiffeisenbanken finanziert worden.

Welche Kompetenzen hält die DZ Bank im Bereich Finanzierung von Erneuerbare Energien-Anlagen vor?

Pohl: Die DZ Bank hat sich in den letzten 25 Jahren ein hohes Expertenwissen in diesem Bereich aufgebaut. Über 60 Mitarbeiter – davon allein 20 in der Marktbearbeitung – beschäftigen sich ausschließlich mit der Projektfinanzierung von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen in Deutschland. Neben den derzeit vorherrschenden Anfragen, die unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen, befassen wir uns auch mit neuen Entwicklungen und Vorhaben. Zu nennen sind beispielsweise langfristige Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements; PPA), aber auch Anlagen zur Herstellung und Speicherung von Wasserstoff oder Batteriespeicher. Durch die langjährige Expertise sind wir in der Branche sehr gut vernetzt. Dabei bringen wir uns sowohl bei den Erneuerbare-Energien-Verbänden aktiv ein, begleiten Branchentage und halten Kontakt zu allen Herstellern und strategischen Partnern in diesem Geschäftsfeld.
 

Wie sieht das Angebot der DZ Bank für die VR-Banken zur Finanzierung von Erneuerbare Energien-Anlagen aus?

Brechtelsbauer: Gerne begleiten wir Projektfinanzierungen von Windkraft- und PV-Anlagen gemeinsam mit den VR-Banken. Wir unterstützen die Banken vor Ort im konkreten Fall mit unserer Erfahrung sowie unserer Branchen- und Finanzierungsexpertise. Neben der Finanzierung von Erneuerbare Energien-Projekten haben wir mit der R+V Versicherung ein weiteres Unternehmen in der Gruppe, das im Bereich Erneuerbare Energien über marktgängige Produkte und Spezialisten verfügt.
 

„Sollen die Ausbauziele bei den Erneuerbaren Energien auch nur ansatzweise umgesetzt werden, so braucht es eine breit aufgestellte FinanzGruppe, um die hohen Finanzierungsvolumina stemmen zu können.“

Michael Brechtelsbauer, DZ Bank

Wie unterstützt die DZ Bank die VR-Banken beim Aufbau von Know-how im Bereich Erneuerbare Energien?

Brechtelsbauer: Wir bieten den VR-Banken Fachschulungen zu dem Themenkomplex an. Derzeit findet zum Beispiel eine kostenlose Webinar-Reihe rund um das Thema Projektfinanzierungen statt. VR-Banken können sich unter folgendem Link gerne noch anmelden. Ergänzend werden über die Akademie Deutscher Genossenschaften mehrtägige Seminarreihen unter der Federführung unseres Hauses angeboten. Weitergehende nützliche Informationen zum Erneuerbare Energien-Geschäft wie zum Beispiel Checklisten, Präsentationen, Fortbildungen oder Ansprechpartner finden die VR-Banken im VR-BankenPortal. Damit verfolgen wir das Ziel, das Know-how bei den Erneuerbaren Energien breiter zu streuen und die VR-Banken in die Lage zu versetzen, Projekte eigenständig zu begleiten. Sollen die Ausbauziele der Ampelkoalition bei den Erneuerbaren Energien auch nur ansatzweise in der Praxis umgesetzt werden, so braucht es eine breit aufgestellte FinanzGruppe, um die hohen Finanzierungsvolumina stemmen zu können.
 

Wann sollten die VR-Banken darüber nachdenken, die DZ Bank mit ins Boot zu holen?

Pohl: Als Zentralinstitut unterstützen wir die VR-Banken bei allen Fragen und Themen rund um die Projektfinanzierung bei Erneuerbaren Energien. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Windkraftanlagen an Land und PV-Projekten. Unser Kundenportfolio im Windbereich reicht vom einzelnen Landwirt als Betreiber eines Bürgerwindparks mit vielen Beteiligten bis hin zum Großprojektierer, der riesige Windparks in Deutschland baut. Am wichtigsten ist bei allen Projekten, dass sich die VR-Bank und die DZ Bank frühzeitig abstimmen.
 

Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Brechtelsbauer: Ein Projekt muss zu uns gemeinsam passen, Stichwort ist hier das Risiko-Rendite-Profil. So können wir gemeinsam mit dem Kunden die Rahmenparameter und vor allem den zeitlichen Ablauf definieren. Daraufhin bestimmen wir gemeinsam mit der VR-Bank die gewünschte Art der Zusammenarbeit, zum Beispiel: Wer führt den Sicherheitenpool, wer tritt als Konsortialführer auf, und so weiter. Im Falle einer Mandatierung zur Finanzierung des Erneuerbare Energien-Projektes bewerten wir gemeinsam mit der VR-Bank die eingereichten Unterlagen und führen die notwendigen Genehmigungen zur Umsetzung der Finanzierung herbei.
 

Wie profitieren die Investoren von einer Zusammenarbeit zwischen Primärbank und DZ Bank?

Pohl: Die FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken hat durch ihre regionale Aufstellung mit den VR-Banken und nur einer Zentralbank einen sehr großen Wettbewerbsvorteil. Das honorieren die Investoren und Planer. Sie kennen und vertrauen den oft langjährigen regionalen Beratern in der VR-Bank und schätzen die Branchenexpertise unseres Hauses.


Frau Pohl, Herr Brechtelsbauer, vielen Dank für das Interview!

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