BankColleg: An der ABG gibt es die Studiengänge Bankfachwirt und Bankbetriebswirt BankColleg. Zwei Absolventinnen erzählen, wie sie berufsbegleitend Fachwissen erlangten.
Die Weiterqualifizierung ist ein wesentlicher Baustein für den eigenen Erfolg und den des Unternehmens. Dazu gehören auch berufsbegleitende Studienangebote. Für Banken bietet die Akademie Bayerischer Genossenschaften (ABG) hierfür zwei Studiengänge an, den Bankfachwirt BankColleg und den Bankbetriebswirt BankColleg.
Knapp zwei Jahre dauert die viersemestrige Bankfachwirt-Ausbildung bei der ABG. Auf ein Grundstudium, das in Bankwirtschaft, BWL, VWL und Recht allgemeine Kenntnisse vermittelt, folgt im letzten Semester vertieftes Wissen für das Privat- und Firmenkundengeschäft.
Der Bankbetriebswirt baut auf den Bankfachwirt auf. Mit dem Bankbetriebswirt BankColleg können sich Studierende für eine spätere Übernahme von gehobenen Fach- und Führungspositionen qualifizieren. In zwei Semestern bilden sich die Teilnehmer nebenberuflich weiter und erwerben bankwirtschaftliche und theoretische Strategie- und Managementkompetenzen.
„Profil“ hat die beiden Jahrgangsbesten zu ihren jeweiligen Studiengängen und den Herausforderungen, die ein berufsbegleitendes Studium mit sich bringt, befragt. Übrigens: Mittlerweile haben sowohl Sophia Berger von der Raiffeisenbank Chiemgau-Nord-Obing als auch Daniel Weigl von der Volksbank Raiffeisenbank Dachau beide Studiengänge – den Bankfachwirt und den Bankbetriebswirt BankColleg – absolviert.
Hier geht’s zu den einzelnen Interviews:
- Sophia Berger von der Raiffeisenbank Chiemgau-Nord-Obing hat die Ausbildung zur Bankfachwirtin als Jahrgangsbeste absolviert. Im Anschluss hat sie dann noch die Bankbetriebswirt-Ausbildung angeschlossen. Derzeit ist sie Kundenberaterin und Filialleiterin von zwei Geschäftsstellen. Zudem betreut sie die Azubis ihrer Bank.
- Daniel Weigl hat als Jahrgangsbester den Bankbetriebswirt BankColleg abgeschlossen. Der 24-Jährige ist als Kreditanalyst für das Firmenkundengeschäft in der Marktfolge Aktiv-risikorelevant der Volksbank Raiffeisenbank Dachau tätig.
„Da ich in meinem Beruf Verantwortung trage und meine Kunden bestmöglich beraten möchte, wollte ich mich dafür weiter qualifizieren.“
Sophia Berger
Frau Berger, was hat Sie überzeugt, die Ausbildung zur Bankfachwirtin zu absolvieren?
Den Studiengang Bankfachwirt BankColleg an der ABG hat Sophia Berger als Jahrgangsbeste abgeschlossen.
Sophia Berger: Ich habe meine Ausbildung zur Bankkauffrau im Jahr 2023 erfolgreich absolviert. Schnell war mir klar – das kann’s nicht gewesen sein. Es muss weitergehen. Viele meiner Arbeitskollegen haben den Bankfachwirt gemacht und dann sogar noch den Betriebs- und den diplomierten Bankbetriebswirt absolviert. Also habe ich mir gedacht, dann mach ich ihn auch! Zwischenzeitlich habe ich also auch den Bankbetriebswirt erfolgreich abgeschlossen. Außerdem habe ich mich für die Weiterbildung entschieden, da in unserer Bank die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der einzelnen Mitarbeiter einen hohen Stellenwert besitzt und auch aktiv gefördert wird. Das hat mich nochmal besonders motiviert.
Es war demnach Ihre eigene Idee, sich beim BankColleg der Akademie Bayerischer Genossenschaften (ABG) anzumelden?
Berger: Ja, es war mein eigener Wunsch, die Weiterqualifizierung zu machen. Da ich in meinem Beruf Verantwortung trage und meine Kunden bestmöglich beraten möchte, wollte ich mich dafür weiter qualifizieren.
Bankfachwirt BankColleg bei der ABG
Mit dem Bankfachwirt BankColleg vermittelt die Akademie Bayerischer Genossenschaften (ABG) in vier Semestern ein übergreifendes betriebswirtschaftliches und bankspezifisches Wissen. Eine Anmeldung ist über die Bank oder privat möglich. Eine Infoveranstaltung findet als Webinar am 27. April 2026 um 12.15 Uhr statt. Eine weitere Informationsveranstaltung gibt es am 20. Mai 2026.
Bei der ABG ist es möglich, die Ausbildung sowohl online als auch in Präsenz zu absolvieren. Für was haben Sie sich entschieden?
Berger: Zunächst habe ich mich für das Präsenzformat in Rosenheim beworben. Dann habe ich die Rückmeldung bekommen, dass aufgrund der Teilnehmeranzahl kein Präsenzformat stattfinden kann. Ich hatte also die Wahl, bis zum Start der nächsten Runde im Herbst abzuwarten oder doch, so wie ich es wollte, im Frühjahr zu starten, aber dann eben online.
Ich dachte zunächst, dass ich beim Präsenzunterricht aufmerksamer sein kann oder mir das Lernen leichter fällt. Das Online-Format hat mich dann aber positiv überrascht. Ich hatte vier Semester lang gute Dozenten und konnte mich bei Fragen immer per E-Mail oder Telefon an sie wenden. Zudem sollte erwähnt werden, dass es sich um Erwachsenenbildung handelt – man muss sich also auch mal hinsetzen und sich selbst versuchen, etwas zu erklären oder nachzuschlagen.
Stellte es für Sie eine große Doppelbelastung dar, einen Beruf auszuüben und nebenbei nun noch zu studieren?
Berger: Für mich hielt sich die Doppelbelastung in Grenzen. Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch. Ich weiß, was ich will. Wenn ich also nach der Arbeit und am Wochenende noch lernen musste, dann war das so. Kurz vor den Prüfungen war der Druck gewiss groß. Ich habe mir immer Urlaub genommen, um mich bestmöglich auf die Prüfung vorzubereiten. Und klar, es gab auch Tage, an denen es mit Arbeit und Privatleben mal etwas stressiger wurde.
Wie haben Sie sich in diesen Lernphasen organisiert?
Berger: Am besten funktioniert das Lernen, wenn man es wirklich will und den Abschluss erreichen möchte. Das war bei mir der Fall. Ich habe mir den Lernstoff aufgeteilt und bereits Monate vor der Prüfung begonnen, mir den Stoff einzuprägen. Was ich jedem empfehlen kann, sind Karteikarten.
Meistens habe ich am Wochenende oder im Urlaub gelernt – und natürlich am Abend nach der Arbeit. Da gab es Tage, an denen das gut geklappt hat. An anderen Tagen habe ich das Lernen nach 15 Minuten aufgegeben.
Rechtzeitig mit dem Lernen zu beginnen und den Stoff gut aufzuteilen verhindern Stress und Druck. So konnte ich vor der Prüfung noch mal alles wiederholen und bin entspannt in die Prüfung gegangen.
„Ich wollte mein theoretisches und praktisches Wissen parallel weiter ausbauen.“
Daniel Weigl
Herr Weigl, was hat Sie überzeugt, den Studiengang Bankbetriebswirt zu belegen?
Daniel Weigl hat als Jahrgangsbester den Studiengang Bankbetriebswirt BankColleg an der ABG abgeschlossen.
Daniel Weigl: Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Bankausbildung 2021 und dem damit verbundenen Berufseinstieg in der Marktfolge Aktiv wollte ich mein theoretisches und praktisches Wissen parallel weiter ausbauen, um eine optimale Verzahnung zwischen beiden Welten herzustellen. Situationsbedingt wuchs auch mein Aufgabengebiet rasch in Bezug auf Komplexität und Verantwortung. Das war für mich der ideale Zeitpunkt, um Ende 2021 mit dem Studium zum Bankfachwirt zu beginnen.
Zügig habe ich nach dessen Beendigung gemerkt, dass ich die Zusammenhänge und Strukturen einer Bank noch genauer verstehen möchte, um auch mein Aufgabengebiet im Bankalltag erweitern zu können. Die Entscheidung, den Studiengang Bankbetriebswirt im Anschluss zu starten, fiel für mich Anfang 2024 daher prompt.
War es Ihr eigener Wunsch, diese Weiterqualifizierung an der ABG zu absolvieren?
Weigl: Ich wollte mein Wissen weiter ausbauen und neue Fähigkeiten und Fertigkeiten in einer schnell wandelnden Bankenwelt erlernen. Zudem war es eine Investition in mich selbst, um auch den wachsenden Anforderungen der Branche gerecht zu werden. Meine Bank hat mich auf diesem Weg umfassend unterstützt sowie gefördert.
Haben Sie sich für das Online- oder das Präsenzformat der ABG entschieden?
Weigl: Ich hätte sehr gerne beide Studiengänge in Präsenz absolviert, da meiner Meinung nach in Präsenz die Beziehung zwischen Studierenden und Dozenten enger und persönlicher ist. Jedoch konnte ich coronabedingt den Bankfachwirt nur online starten. Für den Bankbetriebswirt kam leider kein Kurs im näheren Umfeld in Präsenz zustande. Daher entschied ich mich erneut für das Online-Format. Im Nachgang kann ich sagen, dass ich von der hohen Zeitersparnis durch die wegfallende An- und Abreise zu den jeweiligen Vorlesungen profitiert habe.
Bankbetriebswirt BankColleg bei der ABG
Nach dem Abschluss des Bankfachwirts BankColleg beziehungsweise einer vergleichbaren Qualifikation können Nachwuchsführungskräfte den Studiengang zum Bankbetriebswirt anstreben. Der Studiengang vermittelt im ersten Semester die Themen Strategiemanagement, Markt und Vertrieb, Organisation und Projektmanagement. Im zweiten Semester geht es um Finanzmathematik, Gesamtbanksteuerung, Portfoliomanagement und Personalentwicklung. Interessierte können sich über den Studiengang bei einem Webinar am 16. Juni 2026 informieren.
Stellte es für Sie eine große Doppelbelastung dar, einen Beruf auszuüben und nebenbei nun noch zu studieren?
Weigl: Sowohl das Studium zum Bankfachwirt als auch das Studium zum Bankbetriebswirt waren eine große Doppelbelastung neben meinem stetig steigendem beruflichen Aufgabengebiet. Doch mit viel Disziplin, Struktur und Begeisterung konnte ich diesen Meilenstein erfolgreich abschließen. Meine Hobbys habe ich während dieser Zeit an die Studiengänge angepasst, das hat funktioniert.
Wie haben Sie sich organisiert? Wie konnten Sie am besten lernen?
Weigl: Durch eine für mich optimale Symbiose aus digitaler Mitschrift (Notizen), dem Skript der Dozenten und dem analogen Studienwerk konnte ich die Inhalte ideal aufbereiten. Mit effizientem Selbstmanagement und Organisation gelang es mir, mich konstant für die Themen zu begeistern. Ich habe mich intensiv über die gesamte Studiendauer mit dem Stoff auseinandergesetzt, mir Zwischenziele gesetzt und Inhalte zusammengefasst, um mich bestens auf die Prüfungen vorzubereiten.