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Was ist das Ziel des ORG/IT-Benchmarkings und wer steht dahinter?

Das ORG/IT-Benchmarking, entwickelt vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Zusammenarbeit mit Atruvia und der Eurogroup Consulting, hat sich als zentraler Bestandteil der IT-strategischen Steuerungsinstrumente der genossenschaftlichen Finanzgruppe etabliert. Ziel ist es, den Wertbeitrag von Organisation und IT (ORG/IT) der Banken zur Erreichung geschäftsstrategischer Ziele sichtbar zu machen. Es liefert datenbasierte Orientierung, fördert Transparenz unter den Genossenschaftsbanken und unterstützt die gezielte Steuerung und strategische Weiterentwicklung der Organisations- und IT-Arbeit.

Für welche Volks- und Raiffeisenbanken ist das ORG/IT-Benchmarking gedacht?

Das ORG/IT-Benchmarking richtet sich an Volks- und Raiffeisenbanken aller Bilanzgrößenklassen und Regionen. Es wurde gemeinsam mit Bankvertretern so konzipiert, dass es für alle Institute anwendbar ist. Die Ergebnisse werden sowohl im Vergleich zur Gesamtstichprobe als auch zur eigenen Bilanzgrößenklasse beziehungsweise zu relevanten Archetypen dargestellt und ermöglichen dadurch passgenaue Vergleiche. Zudem haben die teilnehmenden Banken die Möglichkeit, zusätzlich eine regionale Vergleichsgruppe (zum Beispiel alle Genossenschaftsbanken aus Bayern) zu wählen, um ergänzend auch regionale Benchmarks und Einordnungen vorzunehmen.

Wie ist das ORG/IT-Benchmarking aufgebaut und welche Kennzahlen liefert es?

Das ORG/IT-Benchmarking orientiert sich inhaltlich an der IT-Strategie der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Grundlage bildet die Gestaltungsfeldlogik, entlang derer die Benchmarking-Inhalte strukturiert sind. Den einzelnen Gestaltungsfeldern sind rund 80 Kennzahlen zugeordnet. Erhoben werden unter anderem Kennzahlen zum digitalen Kundenerlebnis, zur Industrialisierung, zur IT-Architektur und -Ausstattung, zur IT-Kosteneffizienz sowie zur Produktivität im Gesamthaus. Der Fokus liegt dabei stets auf dem Wertbeitrag der ORG/IT zur Erreichung geschäftsstrategischer Ziele. Das neue Betriebsmodell (nBM) wird als fester Bestandteil der IT-Strategie an ausgewählten Stellen im ORG/IT-Benchmarking mit betrachtet. Die Analyse erfolgt dabei nicht isoliert, sondern stets im Kontext der strategischen Zielbilder, Ambitionsniveaus und Leitplanken der genossenschaftlichen Finanzgruppe.

Wie können die Volks- und Raiffeisenbanken die Ergebnisse des ORG/IT-Benchmarkings für sich nutzen?

Die Analysen liefern vergleichbare Kennzahlen, die eine objektive Einordnung der eigenen Position ermöglichen und die Priorisierung von Handlungsfeldern unterstützen. Auf dieser Basis lassen sich Entscheidungen nachvollziehbar begründen und intern konsistent steuern. Darüber hinaus zeigen Zeitreihenvergleiche, inwieweit umgesetzte Maßnahmen Wirkung entfalten und wo Anpassungsbedarf besteht. Kleiner Nebeneffekt: Die Ergebnisse fließen zudem in die UseIT-Scorecard ein und ergänzen diese, wodurch ein unterjähriges Steuerungsbild für die ORG/IT-Arbeit unterstützt wird.

Wie läuft das ORG/IT-Benchmarking 2026 ab?

Das ORG/IT-Benchmarking 2026 ist in vier Phasen gegliedert. Die Anmeldung ist bis zum 25. Februar über das BVR-Extranet möglich. Die Datenerhebung startet Anfang März unter Einbindung zentraler Datenlieferanten sowie der teilnehmenden Genossenschaftsbanken. Die Erhebungsbögen sind bis zum 24. April einzureichen. Während der Erhebung wird fachliche Unterstützung angeboten. Im Mai und Juni werden die Daten geprüft und ausgewertet. Auf dieser Grundlage entstehen Einzelberichte für die teilnehmenden Institute sowie ein aggregierter Gesamtbericht für die genossenschaftliche Finanzgruppe. Die Einzelberichte werden ab Juni bereitgestellt, ergänzende Ergebnisworkshops erfolgen abhängig vom gewählten Leistungsumfang. Der Gesamtbericht wird im Oktober im BVR-Fachrat IT und Prozesse vorgestellt.

Welche Daten werden für das ORG/IT-Benchmarking erhoben und auf welchen Aufwand müssen sich die Volks- und Raiffeisenbanken bei der Datenerhebung einstellen?

Die Erhebung ist für die teilnehmenden Banken bewusst schlank und praxisnah gestaltet. Rund 60 Prozent der benötigten Daten werden zentral aus verfügbaren Datenquellen innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe bereitgestellt. Lediglich die verbleibenden rund 40 Prozent sind durch die Banken selbst zu liefern. Hierfür steht ein strukturierter Erhebungsbogen zur Verfügung, der durch ein zentrales Online-Datenwiki ergänzt wird. Dort sind alle Datenpunkte einheitlich definiert, transparent erläutert und für alle teilnehmenden Institute einsehbar, was die Datenerhebung deutlich erleichtert und absichert. Der zeitliche Aufwand liegt erfahrungsgemäß bei etwa zwei bis drei Personentagen. Bei regelmäßiger Teilnahme reduziert sich der Aufwand weiter, da interne Datenquellen bekannt sind und relevante Informationen fortlaufend gepflegt werden.

Wie unterstützt das ORG/IT-Benchmarking die IT-Strategie der einzelnen Volks- und Raiffeisenbanken?

Das ORG/IT-Benchmarking unterstützt die IT-Strategie der Volks- und Raiffeisenbanken, indem es die Umsetzung strategischer Zielsetzungen messbar und steuerbar macht. Eine wiederkehrende, jährliche Teilnahme ermöglicht darüber hinaus konsistente Zeitreihenvergleiche und damit ein faktenbasiertes Bild der Entwicklungsfortschritte.

Was ändert sich beim ORG/IT-Benchmarking im Vergleich zum Vorjahr?

Das ORG/IT-Benchmarking hat sich in seiner Grundstruktur bewährt und wird im Vergleich zum Vorjahr daher bewusst stabil gehalten. Weiterentwicklungen erfolgen nur punktuell und gezielt. Änderungen betreffen insbesondere ausgewählte Vertiefungen, unter anderem bei Kostenanalysen, beim Abgleich von Kapazitätsdaten mit dem Modell „Funktionen & Competencies“ sowie eine überarbeitete, einheitliche Logik zur Kundenzählung über alle relevanten Kennzahlen hinweg. Auch die Ergebnisdarstellung wird gezielt weiterentwickelt. Der Einzelbericht wird um ein ORG/IT-Themenhaus ergänzt, das zentrale Kennzahlen in einer Ampellogik bündelt. Das zusätzliche Wertbeitrags-Dashboard ordnet ausgewählte Kennzahlen den IT-strategischen Zielen zu und macht deren Beitrag zur Gesamtstrategie der Bank transparent.

Was kostet das ORG/IT-Benchmarking?

Für das ORG/IT-Benchmarking stehen zwei Leistungspakete zur Verfügung. Paket 1 umfasst die Teilnahme am Benchmarking inklusive eines standardisierten Einzelberichts. Paket 2 beinhaltet zusätzlich zum Einzelbericht ein Dokument mit vertiefter, institutsspezifischer Auswertung sowie einen Ergebnisworkshop mit Eurogroup Consulting, der digital oder in Präsenz durchgeführt werden kann. In diesem Rahmen sind ergänzende Vergleichsanalysen möglich, etwa nach Strukturmerkmalen oder regionalen Kriterien. Die Kosten liegen – abhängig von der Paketwahl und der Bilanzgrößenklasse – in einer Preisspanne von 2.100 bis 6.700 Euro.

Wo finden die Volks- und Raiffeisenbanken weitere Informationen und Ansprechpartner zum ORG/IT-Benchmarking?

Alle relevanten Informationen zum ORG/IT-Benchmarking werden auf einer eigenen Themenseite im BVR-Extranet gebündelt. Dort finden die Banken das aufgezeichnete Webinar zum ORG/IT-Benchmarking 2026, den dazugehörigen Leistungsschein, einen Musterbericht (ohne die Neuerungen aus 2026) und viele weitere nützliche Informationen zum ORG/IT-Benchmarking.

Für bayerische Volks- und Raiffeisenbanken hat der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) eine eigene Themenseite zum ORG/IT-Benchmarking im GVB-Mitgliederportal eingerichtet. Ansprechpartner ist Daniel Kühlbach, Telefon +49 89 2868-3753, dkuehlbach(at)gv-bayern.de.

Die fachlichen Informationen stammen von Jannik Schielke und Matthias Mocha, EGC Eurogroup Consulting AG.

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